Sprung zum Inhalt

Webdesign nach Maß von webdesign weisshart

Mein Blog

RSS Feed AbonnementRSS 2.0 Feed

zum Archiv und den Kategorien

VPN gegen Geoblocking

Dienstag, 10. Mai 2016

Die Nutzung eines VPN (Virtual Private Network) beim Surfen dient zur Verschleierung der eigenen Identität, indem es einem Server einen anderen als den eigenen Standort vorgaukelt. Eine sinnvolle Nutzung ist das Umgehen von Geoblocking. Geoblocking, das sind nicht nur die unsäglichen, wegen des unendlichen Streits mit der GEMA gesperrten YouTube-Videos. Geoblocking verhindert häufig auch die Nutzung von Streaming-TV am Urlaubsort. Ich bezahle für einen Streaming-Dienst wie Zattoo, MagineTV oder auch SkyGo, und genau dann, wenn ich nicht zuhause vor der Glotze sitze, sondern am Urlaubsort im Ausland mir eine Sendung auf dem Tablet anschauen will, wird der Dienst blockiert.

Ein VPN schafft Abhilfe.
weiterlesen…


Twitter und die Barrierefreiheit

Mittwoch, 15. April 2015

Twitter war (und ist?) bei Screen Reader Nutzern ja nicht gerade als Muster an Bedienbarkeit bekannt. Blinde und sehbehinderte Twitterist sind daher zumeist auf alternative Twitter-Clients ausgewichen.
Kann es sein, dass die Entwickler bei Twitter sich des Themas Barrierefreiheit verstärkt annehmen?
Ein neues Feature "Retweet mit Kommentar" weckte meine Neugier, und ich habe mal die Nutzbarkeit dieses Features mit Screen Reader kurz angetestet.
Dieses Feature steht meines Wissens nur auf der Website https://twitter.com, sowie auf der offiziellen Twitter-App für Smartphones und Tablets zur Verfügung.

Die erste Überraschung:

Screenshot vom iPhone
Wenn VoiceOver auf dem iPhone aktiviert wird*), erscheint folgende Meldung:

Du hast VoiceOver eingeschaltet.

Für ein optimales Erlebnis bei VoiceOver mit Twitter empfehlen wir, die App zu schließen und wieder zu öffnen, während VoiceOver eingeschaltet ist.

*) Aktivieren von VoiceOver

Dieser Hinweis, den blinde Twitteristi vermutlich nie zu Gesicht bekommen — weil sie VoiceOver eben immer laufen haben, und nicht erst nach dem Aufruf der Twitter App zuschalten — hat mich elektrisiert. Hier scheinen Entwickler am Werk zu sein, für die Barrierefreiheit mehr ist, als eine Rampe am Eingang zum Büro.

Dann also einen der neuen Retweets aufrufen:

Screenshot eines Retweets (Desktop)
Der Retweet zeigt zuerst den Kommentar, darunter, eingerückt, den zititerten Tweet einschließlich Bild.

Auf dem iPhone hört sich so ein Retweet folgendermaßen an (Audio von VoiceOver):

Bemerkenswert an dieser Ausgabe ist die Aufbereitung speziell für Screen Reader. Es wird nicht einfach linear vorgelesen, was auf dem Bildschirm sichtbar ist, sondern eine logisch sinnvolle Reihenfolge für das Zitat erstellt:

Transkription:

Fritz Weisshart zitierte achimhepp.de:
"Einer meiner Hashtag Twitter Tipps: Nichts automatisieren …"
Fritz Weisshart fügte hinzu:
"Ok, dann eben ein Test mit einem fremden Tweet."

Das ist wirklich erstaunlich, und so etwas entsteht nicht zufällig, sondern wurde von Entwicklern geschaffen, die das Thema Barrierefreiheit ernst nehmen und verstehen.

Ich muss natürlich auch noch kurz eingehen auf die Erstellung eines "neuen Retweets" mit Screen Reader.
Auf iOS klappt das prima. Den zu kommentierenden Tweet anklicken. Er öffnet sich auf einer neuen Seite, die Buttons zum Antworten, Retweeten usw. sind erreichbar. Bei Retweet öffnet sich ein Auswahldialog "Retweeten oder Tweet zitieren". Perfekt.

Weniger glücklich ist das auf dem Desktop (Firefox mit NVDA) gelöst. Twitter kann zwar fast vollständig mittels Tastaturkürzeln bedient werden. Siehe www.bitpage.de/2014/internet/twitter-per-tastaturkuerzel-bedienen
Leider muss im NVDA jedes einzelne der zahlreichen Tastaturkürzel erst mal durchgereicht werden, was die Bedienung zu einer fingerverknotenden Aktion macht.

PS: Dieser Kurztest eines einzelnen Features sagt natürlich nichts aus über die Barrierefreiheit von Twitter insgesamt.


Eine gemeinsame Zwischenablage für alle Geräte

Dienstag, 25. November 2014

Unter dem Titel "Pastebot kaputt? Command-C springt ein" habe ich vor einiger Zeit die App Command-C vorgestellt.
Ich denke, ich sollte auch noch beschreiben, warum die App für mich inzwischen zu einem täglich genutzten Handwerkszeug wurde.
Ich teste häufig nicht nur die Barrierefreiheit von Websites, sondern auch die Qualität von Websites auf mobilen Geräten. (Stichwort: AWD.) In diesem Zusammenhang ist es extrem hilfreich, wenn ich die Eingabe von (manchmal ellenlangen) URLs nicht auf dem iPhone vornehmen muss.

Auf dem MacBook

  • Ich habe die zu testende Webseite auf dem MacBook geöffnet.
  • cmd + L fokussiert das Eingabefeld für den URL
  • cmd + C kopiert den URL in die Zwischenablage
  • Shift + cmd + X öffnet den Command-C-Dialog
    Screenshot Command-C-Dialog
    Beim Anklicken des Command-C Icons in der Menüleiste öffnet sich der Dialog mit den installierten Geräten zur Auswahl.
  • Dann wähle ich mit den Pfeiltasten das Gerät, auf dessen Zwischenablage ich den Inhalt der MacBook-Zwischenablage kopieren will.
  • Enter schließt die Aktion ab, ein Hinweisfenster bestätigt den Erfolg.
    Screenshot Hinweisfenster
    Die Meldung: Clipboard shared successfully.
  • Falls ein Fehler auftritt, wird der im gleichen Hinweisfenster gemeldet.

Auf dem Gerät (iPhone, iPad)

wird die erfolgreiche Übermittlung angezeigt. Je nach Einstellung entweder auf dem Lock Screen, und / oder, wenn das Gerät entsperrt ist, als Banner oder Hinweis.

Screenshot Einstellungen auf dem iPhone
Auf dem Gerät gibt es unter Einstellungen umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten.
Screenshot Banner auf dem iPhone
Hier ist die Meldung als Banner dargestellt. Ein Tipp auf die Meldung öffnet den Browser mit dem übermittelten URL.

Falls der Inhalt der übermittelten Zwischenablage ein URL ist, wird beim Entsperren des Geräts, oder fallweise durch Antippen des angezeigten Bannners / Hinweises, der Browser mit der übermittelten URL gestartet.
Alle übermittelten Zwischenablage-Inhalte werden auch in der App selbst noch einmal aufgelistet. Die App dient so als eine Art History für die Zwischenablage. Selbstverständlich kann aus dieser Liste ein URL erneut aufgerufen werden.

Damit ist aber der Leistungsumfang von Command-C noch nicht vollumfänglich beschrieben. Alles, was die Zwischenablage aufnimmt, kann übertragen werden. Auch Bilder und beliebige Texte. Und ja, die Übertragung kann in jede beliebige Richtung erfolgen, also auf vom iPhone zum MacBook, oder vom iPhone zum iPad.
Damit ist Command-C beispielsweise die schnellste Möglichkeit, Fotos vom iPad auf MacBook oder iPad zu übertragen.

Das klingt alles komplizierter, als es in der Praxis ist.

Barrierefreiheit — Benutzung mit VoiceOver

  • Auf dem MacBook: Leider reichen meine VoiceOver-Kenntnisse nicht aus, um zu beurteilen, ob das Dialogfeld zur Auswahl des Zielgerätes bedienbar ist.
  • Auf dem iOS-Gerät: Die App ist grundsätzlich mit VoiceOver bedienbar. Da das Bedienungskonzept sich jedoch nicht ohne weiteres selbst erschließt, ist vermutlich eine Einweisung durch einen erfahrenen Nutzer erforderlich.

Microsoft Office kostenlos: Word, Excel, Powerpoint für iPhone & iPad!

Donnerstag, 6. November 2014

Die Microsoft Office Programme gibt es jetzt kostenlos für iOS. Zur Nutzung ist lediglich ein kostenloser Microsoft Account erforderlich.

App Icon Winword Microsoft Word [iTunes Link]

App Icon Excel Microsoft Excel [iTunes Link]


App Icon Powerpoint Microsoft Powerpoint [iTunes Link]



Auf dem iPad fühlen sich Word und Excel richtig gut an. Und auf dem kleinen iPhone Monitor? Microsoft hat sich richtig Mühe gegeben, auch auf der eigentlich viel zu kleinen Arbeitsfläche alles Nötige unterzubringen. Aber mehr als ein Notbehelf kann das nicht sein.

Für mich das Highlight: Die Dropbox-Synchronisation, und damit die Möglichkeit, Dokumente auf verschiedenen Geräten zu bearbeiten.

Die VoiceOver Unterstützung ist perfekt. Eine Einschränkung muss ich machen: Das Editieren von Dokumenten unter iOS / VoiceOver ist generell, um es vorsichtig auszudrücken, schwierig. Nicht anders ist das natürlich mit Word-Dokumenten. Aber um das abschließend zu beurteilen, sind meine Kenntnisse mit VoiceOver nicht ausreichend.


Suchen

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Was wäre "Neuland" ohne komfortable Suchfunktionen? Voran natürlich die allseits geliebte Tante Google.

Heute möchte ich aber nicht über Google & Co schreiben, sondern über

Seiteninterne Suchfunktionen auf Webseiten und in Apps.

Jeder aktuelle Browser kann komfortabel innerhalb von Webseiten suchen. Mit Strg + F, und dann mit Enter zum jeweils nächsten Treffer springen.
Die neuesten Browserversionen zeigen zusätzlich noch einen Hinweis wie "1 von 5 Übereinstimmungen" (Firefox), "1 von 5" (Chrome, Opera) oder "5 Treffer" (Safari).

In meinem Suchscript

habe ich versucht, die Sache ähnlich komfortabel zu gestalten. Die Treffer werden auf den Zielseiten farbig unterlegt, und zusätzlich wird die Zielseite bis zum ersten Treffer gescrollt.

Screenshot Firefox
Die Seite mit dem Suchtreffer (in diesem Fall die Startseite von webdesign weisshart) wird bis zum ersten Treffer (Internet) gescrollt.

Interessant wird es mit mobilen Geräten

iOS/Safari hat die seiteninterne Suche etwas versteckt. Eigentlich Schade um diese coole Funktion.

Screenshot iPhone 1
Ins Adressfeld, also dort, wo man normalerweise die Adresse der zu öffnenden Seite eingibt, den Suchbegriff eintippen. Es werden mehrere Vorschläge angeboten, je nach Konfiguration des iOS-Geräts, z. B. die Suche nach dem eingegebenen Begriff bei Google fortzusetzen.
Screenshot iPhone 2
Wenn man ganz nach unten scrollt, kommt als letzter Vorschlag "Auf dieser Seite [Suchbegriff] suchen"
Screenshot iPhone 3
Diesen Vorschlag antippen, und auf der aktuellen Seite werden die Suchtreffer gelb hinterlegt. Mit den Pfeiltasten in der Fußleiste kann man dann bequem von Treffer zu Treffer springen.

ähnliche Features bieten fast alle für iOS verfügbaren Browser.

iOS-Apps

Meine neue Lieblingsapp auf dem iPhone, NoteBox, versucht, die geschilderte Funktionalität von Safari nachzuahmen. Bei NoteBox gibt es eine sowohl eine seitenübergreifende als auch eine seiteninterne Suche. Die Umsetzung ist noch etwas holprig. Aber die App ist relativ neu, und wird vom Entwickler intensiv gepflegt. Da ist noch Verbesserung zu erwarten.

Sonderfall Screen Reader

Gerade für blinde IT-Nutzer, die ein längeres Dokument nicht mit einem Blick scannen können, ist eine auch mit Screen Reader funktionierende seiteninterne Suche wichtig. Funktionierend heißt: Treffer anspringen (fokussieren), und den Kontext (die Umgebung) automatisch vorlesen.
Die verschiedenen Screen Reader haben diese Funktion implementiert.

Für Interessierte hier beispielsweise die Befehle für den kostenlosen Screen Reader NVDA:

  • NVDA-Taste+STRG+F öffnet ein weiteres Fenster, in dem Sie einen Text eingeben können, der im aktuellen Dokument gesucht werden soll.
  • NVDA-Taste+F3 aucht die nächste Zeichenkette des gesuchten Textes im aktuellen Dokument, welche zuvor eingegeben wurde.
  • NVDA-Taste+Umschalt+F3 sucht die vorherige Zeichenkette des gesuchten Textes im aktuellen Dokument, die zuvor eingegeben wurde.

iOS VoiceOver

Safari unterstützte seit iOS 6 die oben beschriebene seiteninterne Suche mit dem betriebssystemeigenen Screen Reader VoiceOver. Genauer: Wenn VoiceOver aktiv war, wurde der Fokus automatisch in den ersten Treffer gesetzt, und der Kontext vorgelesen. Weitere Treffer konnten auf die gleiche Art angesprungen und vorgelesen werden. In iOS 8 (bis einschließlich Version 8.0.2) ist diese Funktionalität, das automatische Vorlesen, leider kaputt. Aber das ist ja nicht das einzige Problem mit iOS 8.


Radio hören

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Und wie hörst du Musik?
Nur noch bei Spotify? Oder deine eigenen Songs als mp3? iTunes?

Ich habe soeben das Radio wieder entdeckt. Mit Radium - dem perfekten Internet Radio [iOS App-Store Link]
Radium gibt es kostenlos für iOS, und als App für den Mac um € 8,99.

Die App hat alles, was man zum Radio hören braucht, alles übersichtlich, funktional, selbst erklärend, und auch noch cool gestylt.

Screenshot iPhone
Das Cover des aktuellen Titels.

Ein Highlight ist die Suche nach Stationen. Einfach ein Schlagwort eingeben, und fertig.

Screenshot iPhone
Die Eingabe des Suchbegriffs "guitar" listet Dutzende von Stationen auf. Direkt aus der Suche heraus können die Sender angespielt werden, oder zu den Favoriten hinzugefügt.

Und, was nicht selbstverständlich ist, sie speichert (nach eigener Angabe) dein Hörverhalten nicht, und funkt nicht ungefragt in irgendwelche Sozialen Netze, was du grad' hörst.

Die iOS App ist mit VoiceOver bedienbar, mit kleinen Einschränkungen, die aber einer Nutzung nicht im Wege stehen.
Eine Beobachtung, die ich nicht recht einordnen konnte: Manche Stationen werden, wenn VoiceOver aktiv ist, nur kurz angespielt, und verstummen dann. Ob mein iPhone 4s einfach überfordert ist?

Nachtrag 05.10.2014

Manchmal passieren auch überraschende Dinge: Heute gab es ein Update zu Radium. Angekündigt wurden folgende neue Funktionen:

  • Fixed issue that would cause some stations to experience dropouts
  • VoiceOver fixes and improvements

Also genau die Punkte, die ich im ersten Test bemängelt hatte.
Und tatsächlich: Radium ist jetzt ohne Einschränkungen auch mit VoiceOver perfekt zu bedienen.

Nachtrag 09.10.2014

AppleVis, die (englischsprachige) Site für den blinden Apple-User, hat eine ausführliche Rezension sowie einen

Podcast:


Download mp3


Hochformat-Videos sind böse

Dienstag, 30. September 2014

Hat schon mal wer eine Kinoleinwand im Hochformat gesehen? Oder ein Hochformat-Fernsehgerät? Oder jemanden, der den Camcorder so hält, dass ein Hochformat-Video entsteht.
Na also!
Warum gibt es dann so viele Hochformat-Videos auf YouTube — wo sie übrigens richtig Scheiße aussehen, nach Mäusekino.
Richtig: Weil Smartphones diesen Blödsinn erlauben. Nicht nur erlauben, sondern sogar indirekt unterstützen, weil man halt ein Smartphone natürlicherweise so hält, dass Fotos und Videos im Hochformat aufgenommen werden.

Diesen Unfug sollten Smartphone-Hersteller unterbinden!

Bis dahin kann ich eine App empfehlen, die immer ordentliches Querformat erstellt, selbst wenn man das iPhone krumm und schief hält: Horizon

Screenshot
Der iPhone Monitor von Horizon zeigt den Ausschnitt an, der als Video aufgezeichnet wird. Im gezeigten Beispiel wird das iPhone hochformatig, aber stark schräg gehalten.

NoteBox - die Sammel- und Versandzentrale

Freitag, 15. August 2014

NoteBox [iTunes Appstore Link] 4,49 €, bezeichnet sich selbst als GTD (Get Things Done) App. Ich würde die App als Sammel- und Versandzentrale für iOS bezeichnen.

Features

Die Oberfläche ist bewusst schlicht gehalten. Beim Öffnen der App wird ein Editorfenster geöffnet, in das man sofort eine Notiz, eine Idee oder was auch immer eingeben kann. Natürlich auch mit Siri.

Konfiguration

In den Einstellungen verbergen sich die Stärken und Besonderheiten der App.
Was das im Detail ist, kann man

(Anmerkung: Eine ordentliche Doku wär' mir lieber. Kommt hoffentlich noch.)

Anwendung

Irgendwo in einer der oben genannten Quellen wird dann auch noch beschrieben, wie man aus einer Notiz-App eine GTD-App macht. Die App selbst hilft dabei nicht. Aber das ist meine persönliche Meinung. Vielleicht brauche ich so etwas ja gar nicht.

Was die App aber kann, und zwar gut, ist Sammeln und Verteilen von Informationsschnipseln. Fast alles, was man auf dem iPhone / iPad markiert und kopiert, wandert nach Installation von NoteBox nicht nur in die Zwischenablage, sondern gleichzeitig in eine neue, oder wahlweise in eine geöffnete Notiz. Und zwar dort in die Inbox.

Die in der Inbox gesammelten Notizen kann man dann:

  • Editieren (klar),
  • Verschieben. Wahlweise nach "Keep" (eine Art Read Later Ordner), oder Erledigt.
  • Oder an fast alles verschicken, was es in der iOS-Welt an denkbaren Adressaten gibt (soweit auf dem Gerät installiert):
    • Mail
    • (i)Message
    • Whatsapp
    • Facebook
    • Twitter
    • Dropbox
    • Evernote
    • Simplenote
    • Kalender

Bei der Fülle der Möglichkeiten fällt auf, dass Drucken (an Airprint) nicht möglich ist. Ich werde das mit dem Entwickler besprechen.

Screenshot
Der Screenshot zeigt nur einige der möglichen Sendeoptionen.

Sync zwischen mehreren Geräten

Das Synchronisieren zwischen mehreren Geräten, z. B. via WLAN, funktioniert reibungslos und ohne Zutun.

Anwendung

Ich schildere mal eines von vielen denkbaren Szenarien, das für mich Sinn macht:
Im Safari-Browser einen URL kopieren: NoteBox notiert, wenn es entsprechend konfiguriert ist, den Title der Seite und den URL.
In einer Notiz auf diesem Weg mehrere Webseiten zu einem bestimmten Thema sammeln.
Anschließend die Notiz in Evernote / Dropbox speichern, oder per Email weitergeben.

Barrierefreiheit

Die App ist durchgängig mit VoiceOver bedienbar.

Nachtrag 20.08.2014

Die aktuelle Version 1.0.2 unterstützt jetzt Airprint.
Nein, ich druckt jetzt nicht alle meine Notizen aus. Aber da ich die Airprint-Emulation Printopia einsetze (Beschreibung hier), kann ich ganz schnell ein PDF einer Notiz vom iPhone auf den Mac "zaubern".

Unglaublich: Nachdem ich den Artikel veröffentlicht hatte, habe ich dem Entwickler den "Airprint-Vorschlag" gemacht. Und heute, gerade mal 5 Tage später, ist das Update da.

Nachtrag 24.08.2014

Unglaublich! 2 weitere Features, die ich den Entwicklern am 18.08. vorgeschlagen habe, sind heute, also 6 Tage später, in der aktuellen Version 1.0.3 realisiert:

  1. Highlighting, also farbliche Markierung, von Suchtreffern in den gefundenen Notizen
  2. Browser, in dem sich Links öffnen, konfigurierbar

Darüber hinaus gibt es jetzt auch eine (kostenlose) Light-Version zum Hineinschnuppern: [App-Store Link]


GPS Navigation

Sonntag, 10. August 2014

Aus Scobbler wurde Navi 2 wurde GPS Navigation by Scout
Navi 2 hatte ich vor längerer Zeit auf Barrierefreiheit, d. h. Benutzbarkeit mit VoiceOver, getestet. Und dem Entwickler mit zahlreichen Hinweisen geholfen, die schlimmsten Barrieren auszumerzen.

Seit einiger Zeit wird Navi 2 zusammen mit Scout und Telenav weiter entwickelt und vertrieben.
Die Neugier trieb mich, den Stand der Barrierefreiheit erneut anzutesten. Mit dem schon fast erwarteten Ergebnis: Die App wurde "aufgehübscht", und bei dieser Gelegenheit mal schnell für VoiceOver Nutzer unbrauchbar gemacht. Details erspare ich mir. Es hat keinen Sinn.

Immer mehr Apps, die nicht speziell für die Zielgruppe "VoiceOver-Nutzer" entwickelt werden, werden mit optischen Gimmicks aufgepeppt, und dabei leider für blinde Nutzer unbedienbar. Kein schöner Trend.


Schöner lesen auf dem iPhone - die Dritte

Samstag, 22. Februar 2014

Webseiten lesen auf dem iPhone - immer noch Glücks- und/oder Geduldssache, weil viele Seiten eben noch nicht responsive sind, also nicht für den kleinen Monitor optimiert. Klar, man kann die Bildschirmanzeige mit verschiedenen Techniken vergrößern, und dann so lange Hin- und Herzoomen, bis einem das zu blöd wird.
Ich greife in solchen Fällen gerne auf Readability zurück (Readability fürs iPhone). Leider führt Readability ein Neuladen der Seite durch. Und das erfordert gerade bei großen, überladenen Seiten einige Geduld, und eine schnelle Anbindung ans Web.

Eine Alternative bietet der iCab Browser (iTunes Link 1,79 Euro). Dort ist Readability „eingebaut“, und wesentlich schneller, und auch stabiler.

Screenshot 1
spiegel.de nach dem Aufruf im iPhone Browser. Ein „Mäusekino“.

Anm.: Klar, Spiegel bietet auch eine App, die speziell für Smartphones optimiert ist. Die Seite dient hier nur als Beispiel, um die Leistungsfähigkeit von Readability zu demonstrieren.

Screenshot 2
Nach dem Tipp auf das Brillensymbol rechts oben öffnet sich ein Auswahlmenü mit den Optionen „Später lesen“, „Jetzt lesen“ und „Leseliste“
Screenshot 3
Nach der Auswahl „Jetzt lesen“ zeigt sich die Seite aufgeräumt, und bereit zum komfortablen Lesen.

Barrierefreiheit:

iCab ist mit VoiceOver bedienbar. Auch die Readability-Funktionalität. Das genannte Brillensymbol wird von VoiceOver als „Leseliste“ gelesen.


Chrome Browser für iOS - ein geniales Feature

Freitag, 17. Januar 2014

Der mobile Chrome-Browser für iOS bringt ein geniales Feature für mobile Surfer mit:

Chrome kann Ihre Datennutzung um bis zu 50 % reduzieren. Zu diesem Zweck verwendet Chrome die Server von Google, um Bilddateien zu komprimieren und weitere Optimierungen durchzuführen …
Weiter auf der Herstellerseite

Dieses Feature ist leider nicht per default voreingestellt (mir unverständlich), und die Einstellung auch recht gut versteckt. Deshalb hier eine kurze Anleitung:

Screenshot 1
Das Menü durch Antippen des „Hamburger-Buttons“ (neben dem Adressfeld) öffnen und im Menü ganz nach unten scrollen zum Menüpunkt „Einstellungen“
Screenshot 2
Im Menü Einstellungen wieder nach unten scrollen zum Menüpunkt „Bandbreite“
Screenshot 3
Im Menü Bandbreite den Punkt „Datennutzung reduzieren“ wählen
Screenshot 4
Im Fenster Datennutzung reduzieren den Schieber „Datennutzung reduzieren“ auf 1 (on) stellen. Die Grafik darunter und der Text am Fuß der Seite zeigt die eingesparte Datenmenge über die letzten 30 Tage.

Dieses Feature könnte den Chrome zur ersten Wahl für mobile Surfer machen. Wenn, ja wenn nicht … Chrome FAQs
Chrome ist übrigens auch mit VoiceOver voll zugänglich.
Hier ein Audio des 4. Screenshots mit VO:

Download mp3


If you do Dropbox then WinZip for iOS

Montag, 13. Januar 2014

Heute mal eine iOS-App-Empfehlung für Dropbox-Poweruser:
WinZip

Warum verlinke ich sofort auf die full version (4,49 €)? Es gibt doch auch eine free version
Natürlich kann man sich die free version mal anschauen. Aber nur in der full version kann man zip-Archive erstellen, und nur dort gibt es die nahtlose Integration mit Dropbox. Und wenn ich nahtlos sage, dann meine ich es auch. Nie war es einfacher, ein zip-Archiv zu erstellen. Mit dem iPhone/iPad direkt in der Dropbox mit ein paar Tippern aus einem Ordner ein zip-Archiv erstellen, das hat etwas.

Wer noch zögert, und sich vorab genauer informieren will:
User Guide [englisch]
Feature Comparison free - full [englisch]

Die App ist übrigens mit VoiceOver voll zugänglich. Vorbildlich!

Nachtrag

Es muss klar sein, dass es wenig Sinn macht, auf diese Art große Archive zu erstellen. Das Zippen findet auf dem Gerät statt. Das heißt: die entsprechenden Dateien müssen zuerst aufs Gerät herunter geladen werden, dort komprimiert, und dann wieder hochgeladen werden.
Am Beispiel eines Bilderordners mit 10MB dauerte dies in einem WLAN insgesamt 3 Minuten. Mobile würde das je nach verfügbarer Bandbreite entsprechend länger dauern, und natürlich auch noch 2 mal 10 = 20MB Datenvolumen konsumieren.

Nachtrag 14.01.2014

Bei näherer „Betrachtung“ mit VoiceOver sind mir jetzt doch einige mehr oder weniger gravierende Accessibility-Mängel aufgefallen. Ich bin mit dem Entwickler in Kontakt. Und ich habe den Eindruck, da geht noch was.
Auszug aus der Mail an den Entwickler:

  1. VoiceOver does not read/recognize the status of selected items. This is a prio A issue that renders the select feature unusable, and must be fixed.
  2. The buttons „Home“ and „Settings“ at the bottom are not labelled. A VoiceOver user has to try and find out what’s behind each button. Should be fixed.
  3. The „Please wait“ trobber is not read by VoiceOver. When an operation last longer than a few seconds, a VoiceOver user doesn’t know whether the app hangs. Should be fixed.

Mobile Datennutzung überwachen

Samstag, 11. Januar 2014

Mobile Datennutzung mit dem Smartphone erfordert ein ständiges Beobachten des verbrauchten Datenvolumens. Für iOS (iPhone und iPad) gibt es für diesen Zweck ein geniales Tool:
My Data Manager
Nach einer einfachen Konfiguration - Tarifart, Datenlimit, Abrechnungszeitraum - stehen die aktuellen Verbrauchsdaten übersichtlich grafisch aufbereitet zur Verfügung.

Screenshot mobile Nutzung
Heutiger mobiler Datenverbrauch und Prognose auf Basis des bisherigen Surfverhaltens. Meine Standardansicht
Screenshot Monatsstatistik
Ein Säulendiagramm der monatlichen Nutzung

Die App ist kostenlos. Leider ist die App mit VoiceOver gänzlich unbenutzbar, da alle Daten als Grafik angezeigt werden.


ON AIR

Dienstag, 1. Oktober 2013

Die kostenlose TV Zeitung für die Hosentasche:

ON AIR für iPhone/iPad (iTunes Link)

Screenshot
Programmlisting für eine bestimmte Uhrzeit (20:15 Uhr)
  • TV-Programm der nächsten 7 Tage
  • 250 Sender aus Deutschland, Österreich, Schweiz sowie ausgewählte Sender aus Frankreich und Italien
  • Die Senderliste kann selbstverständlich konfiguriert werden.
  • Pfiffig finde ich die Möglichkeit, mit einem bzw. zwei Tipp(s) Erinnerungen zu setzen. Einmalig, oder auch wiederholend.

Die App überzeugt mich durch die Klarheit der Darstellung. Und, nicht überraschend, ist die App perfekt mit VoiceOver bedienbar.


Amazon goes barrierefrei

Mittwoch, 31. Juli 2013

Nachdem Amazon lange Zeit blinde und sehbehinderte Menschen anscheinend nicht als potentielle Kunden registriert hatte, wurde jetzt wohl die Kehrtwende eingeläutet.
E-Books können schon seit einiger Zeit mit der iPhone App Kindle auch mit VoiceOver gelesen werden. Und jetzt (Version 3.9) gibt es eine ausführliche Anleitung aller vorhandenen Gesten für VoiceOver-Nutzer:

Screenshot
Die Anleitung ist innerhalb der Kindle-App zu erreichen unter:
Einstellungen (rechts unten) > Häufig gestellte Fragen (FAQ) > Welche barrierefreien Gesten/Aktionsmuster werden unterstützt?

Site to Phone is closing

Donnerstag, 27. Juni 2013

Nicht nur der Google Reader schließt demnächst seine Pforten, auch Site to Phone.
Was ist bzw. war Site to Phone?
Eine bequeme Lösung, Webseiten, die ich gerade auf dem Desktop oder Notebook geöffnet habe, auf dem iPad oder iPhone zum Weiterlesen zu öffnen, und zwar, ohne auf dem Gerät mühsam einen URL einzutippen, oder sich selbst eine E-Mail mit dem URL zu schicken. Sicher, man kann das auch via iCloud Synchronisation bewerkstelligen. Wenn man auf Desktop oder Notebook den Safari Browser benutzt. Und nur dann.

Site to Phone wurde als Addon im Browser installiert, und schickte auf Klick die Adresse der Seite (oder markierten Text) an eine auf dem iPhone/iPad installierte App.

Jetzt schließt Site to Phone zum Ende Juli 2013. Eine Alternative musste her. Und ich hab' sie gefunden. Handoff. Extensions gibt es u. a. für Firefox und Chrome. IE User installieren ein Bookmarklet.
Und dann noch eine App für iPhone und iPad (1,99 US$).

Ja, der ganze Ablauf ist auch barrierefrei zugänglich. Das Verschicken im Browser funktioniert nicht nur über ein Icon, sondern auch via Kontextmenü. Und die iOS App ist mit VoiceOver voll bedienbar.


Mobil Fernsehen mit Zattoo

Donnerstag, 6. Juni 2013

Zattoo ist legales Fernsehen für unterwegs.
Zattoo im iOS Appstore

Screenshot iPhone
Auf dem iPhone läuft nach der Auswahl eines Senders in der oberen Bildschirmhälfte das gewählte Programm, in der unteren Bildschirmhälfte gibt es die Senderliste (zum schnellen Zappen)

Bis gestern galt diese Aussage nur bedingt. Weil aus lizenzrechtlichen Gründen die Sendungen der Empfang nur in einem WLAN möglich war.
Seit heute sendet Zattoo auch in Mobilfunknetzen. Und das klappt sogar recht ordentlich, mindestens 3G vorausgesetzt. Darüber hinaus sollte man schon über einen Tarif mit üppigem Inklusive-Traffic-Volumen verfügen. Ein paar hundert MB kommen beim Fernsehen schnell zusammen. Und auch über die werbefreie HQ-Version (45,- Euro p.a.) sollte man nachdenken. Traffic für Werbung zu verbrennen ist nicht sehr cool.

Wie geht es wohl mit Zattoo weiter? Eine Vereinbarung mit RTL ist bereits abgeschlossen. Und die Verfügbarkeit in weiteren Ländern ist auch angekündigt. Es sollte mich sehr wundern, wenn Österreich nicht dabei wäre.

Ach ja, beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass die App mit VoiceOver bedienbar ist.


dailymeTV mit automatischer Aktualisierung

Dienstag, 28. Mai 2013

dailymeTV habe ich erstmals am 1. April 2012 beschrieben.
Ein wirklich pfiffiges Tool. Irgendwo unterwegs, ohne WLAN, und 10 Minuten nichts zu tun, außer warten? Einfach offline vorher definierte TV-Sendungen sehen. Wenn man sie vorher, zuhause mit WLAN, gespeichert hat. Nur: Immer wenn es so weit ist, stelle ich fest, dass ich eben zuletzt vor 3 Wochen neue Sendungen gespeichert habe. Und 3 Wochen alte Nachrichten … na ja.

Seit einiger Zeit gibt es bei dailyme eine (Beta-)Option: Download-Orte.
Die Funktionsweise:
Du bist zuhause (auf Arbeit etc.), rufst die Option im Menü auf, und speicherst den Download-Ort als "zu Hause" (oder eben "Arbeit" etc.)
Die App erkennt, dass du dich ein einem gespeicherten WLAN befindest, und aktualisiert automatisch, ohne dass die App geöffnet sein muss. (Das iPhone muss natürlich an sein.)

Screenshot des Menüs Download-Orte
Beschreibung der Option Download-Orte
Du möchtest Sendungen im Hintergrund über WLAN aktualisieren, ohne extra die App zu öffnen?
Lege hier Orte fest, an denen automatisch neueste Folgen runtergeladen werden, sobald Deine definierten WLAN-Verbindungen (z.B. zu Hause, Schule, Arbeit) gefunden wurden.
Wichtiger Hinweis:
Bei Aktivierung wird dauerhaft ein kleiner Pfeil neben der Akkuanzeige angezeigt.
Von uns werden dabei keinerlei Daten aufgezeichnet, und die Akkulaufzeit wird durch diese Funktion kaum gemindert.
Neuen Download-Ort hinzufügen…
zu Hause (Löschbutton)

Eine Anmerkung:
Ich habe dailymeTV sowohl auf dem iPhone, als auch auf dem iPad. Also beide Geräte automatisch aktualisieren lassen, ist doch klar. NEIN! Dann funktioniert es auf keinem der beiden Geräte. Warum das so ist, mag der Entwickler wissen. Also nur auf einem Gerät diese Funktion aktivieren, und es klappt. Ich hab' natürlich das iPhone gewählt, weil das ja unterwegs ständig am Mann ist.

Nachtrag

Dass diese Option die Akkulaufzeit nicht merklich beeinflusst, kann ich bestätigen.

Nachtrag 2

02.07.2013
Aktualisierung im Hintergrund scheint jetzt zu funktionieren, nachdem ich ein Konto bei dailyme.tv registriert habe. Zufall?

Nachtrag 3

15.07.2013
Seit dem heutigen Update auf Version 2.5.9 ist die App von blinden und sehbehinderten Usern nicht mehr benutzbar. Mit aktiviertem VoiceOver lässt sich keine Sendung zur Wiedergabe auswählen.
Am 01.04.2012 hab ich noch geschrieben:
"Durchgängig saubere Bedienbarkeit auch mit VoiceOver. Da können sich viele Entwickler etwas abschauen."

Nachtrag 4

17.07.2013
Wunder dauern gewöhnlich etwas länger. Dann war es wohl kein Wunder, sondern die richtige Einstellung der Anbieter und Entwickler zu Accessibility: Vorgestern reklamiert, heute ist die Version 2.5.10 im App-Store verfügbar, und damit ist die Bedienung mit VoiceOver wieder möglich.
Ein schöner Beweis, dass es geht, wenn der Wille da ist.

Nachtrag 5

09.10.2013
Irgendwie hat das mit der automatischen Aktualisierung nie richtig geklappt.
Auf Nachfrage erhielt ich heute folgende Aussage seitens dailyme:

ab dem nächsten Update (das ca. in einer Woche kommen sollte) wir die automatische Aktualisierung auch auf iOS funktionieren.


Barrierefreiheit eingebaut - ein Loblied auf VoiceOver, den Screen Reader von iOS

Mittwoch, 24. April 2013

Barrierefreiheit - wie oft schon wurde in Webworker-Kreisen darauf hingewiesen, dass man Barrierefreiheit von Anfang an berücksichtigen sollte muss, und nicht erst "in einem zukünftigen Projektschritt".

Apple hat mit seinem genialen Screen Reader VoiceOver genau dies getan: Barrierefreiheit von Anfang an. Selbst Apps, deren Entwickler sich anscheinend nicht einmal der Tatsache bewusst sind, dass blinde und sehbehinderte Menschen ein iPhone / iPad benutzen (können), zeigen ein hohes Maß an Barrierefreiheit.

Ein Beispiel:
Documents by Readdle, ein geniales Tool zur Dokumentenverwaltung auf iPhone oder iPad.

Ja, die App hat Mängel bei der Benutzung mit VoiceOver. Eva Papst hat einen Artikel gebloggt, der einen typischen Mangel vieler Apps beschreibt, ohne sich in ihrem Beitrag explizit auf diese App zu berufen.

Ich hatte Eva Papst diese App empfohlen, war mir aber nicht sicher, ob die App wirklich mit VoiceOver sinnvoll nutzbar ist. Bereits im Vorfeld hatte ich nämlich einen anderen Mangel an die Entwickler gemeldet, und die Antwort war eindeutig:

the Documents app does not work in VoiceOver regime…

So deutlich hatte ich das noch nie von einem Entwickler gehört.

Von Eva Papst weiß ich aber, dass die App hervorragend auch mit VoiceOver bedienbar ist. Blinde iPhone Nutzer haben wohl gelernt, auch mi typischen Mängeln wie fehlende Beschriftung von Buttons zurecht zu kommen. Und den Rest erledigt Apple, auch ohne Zutun der App-Entwickler.
Genial.


Files App - ein iPhone App Test - auch mit VoiceOver

Samstag, 2. März 2013

Beliebige Dateien vom PC/Mac auch auf dem iPhone oder iPad, auch offline. Früher oder später kommt wohl bei jedem dieser Wunsch auf.
Eine neue App namens Files App erfüllt diesen Wunsch. Ohne Schnickschnack. Aber mit allem, was nötig ist. iTunes Link
Dateien können vom PC/Mac via http übertragen werden, aber auch z. B. aus der Dropbox, und ganz einfach in Ordnern organisiert werden. Die App kann wirklich fast jedes Dateiformat anzeigen.

Screenshot 1
Der Startbildschirm von Files App mit einigen angelegten Ordnern

Eine Suchen Funktion ist verfügbar. Dazu auf dem Monitor nach unten streichen.

Screenshot 2
Der Startbildschirm von Files App mit eingeblendetem Suchfeld

Neben dem Suchfeld gibt es eine Taste zum Umschalten zwischen der voreingestellten Ansicht in Form von Thumbnails und Ordnersymbolen, oder einer Listenansicht.

Screenshot 3
Der Startbildschirm von Files App als Liste

Die App ist mit VoiceOver gut bedienbar. Kleine Unsauberkeiten sind verzeihbar, zumal es sich um eine Version 1.0 handelt. So ist die Taste zum Umschalten auf Listenansicht abenteuerlich beschriftet: "s m searchbar table switch grid acti" oder so ähnlich, der Zurück-Button in manchen Situtationen nur mit "Taste".
Wichtig für VoiceOver Nutzer: immer die Listenansicht benutzen. Das Suchfeld mit dem Umschalter auf die Listenansicht erreicht man ganz schnell durch mehrfaches Wischen nach rechts.


App Update = Barrierefreiheit verschlimmbösert?

Mittwoch, 27. Februar 2013

Apps für iOS werden regelmäßig mit Updates versorgt. Kennt jeder iPhone oder iPad Nutzer. Mit der Ankündigung des Updates gibt es in der Regel eine mehr oder weniger aussagekräftige Beschreibung von neuen Funktionen.
Wenn dann dort etwas zu lesen ist wie: "Tolles neues UI" oder "Fantastische neue Grafiken", dann ist die Chance groß, dass die App für blinde und sehbehinderte User, die auf VoiceOver angewiesen sind, kaputt gemacht wurde.

Das es auch anders geht, zeigt Spotify, der tolle Musik-Streaming Dienst. In der Ankündigung zur Version 0.6.0 steht "Neu: Das tolle neue Gesicht von Spotify." Ein kurzer Test mit VoiceOver zeigt, dass das tolle neue Gesicht nicht mit Einbußen bei der Barrierefreiheit erkauft wurde. Die App ist weiterhin mit VoiceOver perfekt bedienbar. Es geht also doch. Hallo, App Entwickler, nehmt euch ein Beispiel!

(Ja, Spotify mobil setzt einen kostenpflichtigen Premium Account voraus.)


Todo List App für iPhone und iPad

Mittwoch, 16. Januar 2013

Todo Listen und Get Things Done Apps gibt es wie Sand am Meer. Alle versprechen, mit dem Kalender auf dem Gerät zu synchronisieren.
Pocket List verspricht das auch. Und hält dieses Versprechen! In beiden Richtungen. Und weil mein iPhone Kalender via iCloud mit dem MacBook und dem iPad synced, ist auch dort jede Änderung sofort auf dem aktuellen Stand.
Runterladen und Ausprobieren! Vor allem, weil die App (wohl nur kurzfristig) kostenlos ist.
Die App ist mit VoiceOver perfekt bedienbar.


FiRe Recorder 2.6.0 wieder mit VoiceOver bedienbar

Dienstag, 8. Januar 2013

FiRe - eine Recorder App fürs iPhone - und für besondere Ansprüche. Eine der wenigen Apps, die mit einem passenden Mikrofon (z.B. das TASCAM iM2) Stereoaufnahmen ermöglichen.
Download-Link FiRe (5,99 €)
Heute gab's ein Update.

Screenshot
Beschreibung zum Update u. A.:
new preference to toggle between slide-to-record and classic control buttons

Warum mich diese Bemerkung elektrisiert hat?
Vor über einem Jahr wurde FiRe "verschlimmbösert" und damit für VoiceOver Nutzer vollkommen unbrauchbar. Ich habe damals die Entwickler auf den Fehler hingewiesen. Ob meine Reklamation der Anlass war, die App wieder zugänglich zu machen? Egal. Ein schneller Test zeigte, dass FiRe jetzt wieder vollständig mit VO bedienbar ist.
Die dazu erforderliche Einstellung:
Settings (nur im Aufnahmemodus erreichbar - Transport - Button Controls ein - zurück - Save As Default Settings

Eine Warnung sei angebracht: FiRe ist sehr mächtig, und daher nicht intuitiv bedienbar. Ein Studium der In-App-Hilfe oder z. B. dieser Anleitung ist unumgänglich.

Fragen zur App beantworte ich gerne.


Dropbox 2.0 mit VoiceOver auf dem iPhone

Samstag, 15. Dezember 2012

Die Cloud-App Dropbox ist auf allen meinen Geräten - MacBook, iPhone, iPad, PCs - installiert. Beliebige Dateien immer und überall verfügbar haben, oder einfach und schnell mit Anderen teilen, das hat schon was.
Heute wurde die iOS App auf Version 2.0 "aufgeschönt". Und immer, wenn ich "neues Design" lese, dann denke ich an meine blinden Freunde, die auf VoiceOver Unterstützung angewiesen sind; und ich werfe dann VoiceOver an, um zu testen, ob eine App auch nach dem Update weiterhin für blinde iPhone-/iPad-Nutzer bedienbar ist.

Für Dropbox 2.0 lautet das Ergebnis meines Kurztests: Ja, aber …

Zum "Aber" im Detail:
Dropbox kann Dateien jeglicher Art beherbergen. Textdateien, Sound-, Bilddateien usw. Das aktuelle Update hat speziell die Verwendung und Verwaltung von Bilddateien zum Inhalt. Und genau hier kann sich für VoiceOver Nutzer unter Umständen eine böse Falle auftun. Ja, auch blinde Menschen arbeiten zuweilen mit Bilddateien. Und dann heißt es aufpassen:

Nach dem Anklicken einer in der Dropbox gespeicherten Bilddatei öffnet sich ein neues Fenster zur Anzeige des Bilds. Um den kleinen Monitor eines iPhones optimal zur Betrachtung des Bildes zu nutzen, werden die Bedienelemente in diesem Fenster beim Aufruf ausgeblendet, und erst nach einem einfachen Tipp auf den Bildschirm angezeigt. Bedienelemente: das sind Buttons zum Sharen, Speichern usw, sowie der Zurück-Button, um die Bildansicht zu verlassen. Und genau diese Ansicht der Bedienelemente kann auf keine Weise aktiviert werden, wenn und so lange VoiceOver aktiv ist. Ein blinder User landet also auf einer Seite ohne jeglichen Inhalt - es gibt ja keine sichtbaren Elemente, die vorgelesen werden könnten - und ohne Möglichkeit, diese Seite wieder zu verlassen. Auch Löschen der Dropbox aus dem Speicher mit dem App-Umschalter und Neustart hilft nicht. Beim erneuten Aufruf landet man wieder auf der Seite mit dem Bild ohne Bedienelemente.

VoiceOver Nutzer ohne Bilder in der Dropbox sind also von diesem Fehler nicht betroffen, und können ohne weiteres updaten.
Und VoiceOver Nutzer, die das eine oder andere Bild in der Dropbox vorfinden, und sei es in einem Ordner, den sie mit anderen teilen?
Hier der Workaround:
Auf der Seite mit dem Bild VoiceOver ausschalten (3fach Home Button) und dann ohne VoiceOver Unterstützung einen kurzen, trockene Tipp irgendwo auf dem Bildschirm; das schaltet die Anzeige der Buttons ein. Anschließend VoiceOver wieder einschalten, und die Buttons bleiben, auch für VoiceOver, sichtbar. Hinweis: der einfache Tipp auf den Bildschirm toggelt, schaltet also bei wiederholtem Tipp die Anzeige wechselweise an und aus.
Mit diesem Workaround kann man leben. Aber schön ist das nicht. Vor allem ist es eine böse Falle für jemanden, der den oben genannten Trick nicht kennt. Ohne dieses Wissen erscheint die App schlicht kaputt, und kann anscheinend nur durch Neuinstallation repariert werden.

PS: Auf dem iPad gibt es dieses Problem nicht. Dort bleiben die Bedienelemente eingeblendet.


Hokusai Audio Editor - jetzt auch mit VoiceOver bedienbar

Samstag, 10. November 2012

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die eine App für blinde und sehbehinderte iPhone-/iPad-User unbedienbar machen. Bei Hokusai, einem Audio Editor für iOS, mit vielen Möglichkeiten zur Audiobearbeitung, war es der Start-/Stop-Button, der von VoiceOver nicht erkannt wurde. Für einen Audio Editor ein nicht unwesentliches Bedienelement.
Heute wurde Version 1.0.12 bereit gestellt, und dieses Problem behoben.
Audiophile, ob sehbehindert oder nicht, könnten sich die kostenlose App mal anschauen.

Auszug aus der Entwickler Website [englisch]:

With Hokusai it's easy to record or import a track, and make it sound awesome: not just trimming the ends, but full cut, copy, paste and delete, and a suite of filters and special effects.

Edit many tracks side-by-side, mix them together, and export to wave or MPEG 4 (AAC) format — then transfer them to your computer via USB or Dropbox, or send them to another app on your device.


iOS 6 Karten App findet Adresse nicht

Samstag, 6. Oktober 2012

Ganz aktuell: Die Karten App von iOS 6 wird häufig beschuldigt, Adressen nicht zu finden. Dagegen gibt es ein einfaches, aber wirksames Mittel: Die Adresse zuerst in Kontakte eingeben, und dann von der Karten App aus auf die gespeicherte Adresse zugreifen (Schalter rechts oben).

Screenshot
Der iPhone Screenshot zeigt die Adresse des Apple Store München im Adressfeld, in dem Format, wie es aus Kontakte übernommen wird.

Dieser Umweg erscheint unsinnig. Aber damit wird sicher gestellt, dass die Karten App das Adressformat sicher erkennt. Viele Klagen von nicht richtig erkannten Adressen dürften damit zu erklären sein, dass die im Freitext eingegebene Adresse von der Karten App nicht richtig interpretiert wird - was ist Stadt, was Straße, was PLZ, was Hausnummer usw.
Dieser Trick funktioniert übrigens auch mit jeder Navigations-App, die auf Kontakte zugreifen kann.


Apple Maps - ein Loblied

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Apple Maps mit dem neuen Betriebssystem iOS 6 erntet fast nur Kritik. Nur teilweise zu Recht, finde ich. Die Optik der 3D Darstellung - bisher nur in einigen wenige Großstadtzentren verfügbar - ist für mich einfach ein Hingucker. Ich bin mir sicher, dass dieses Feature im Lauf der Jahre noch ausgebaut wird. Großes Plus: Die Vektorgrafiken kommen mit deutlich weniger Daten im Vergleich zu Google Street View aus, und damit wird Apple Maps 3 D in Bälde auch mobil sinnvoll einsetzbar sein.
Ein Screenshot kann nur begrenzt eine Vorstellung davon geben, wie man mit dem Finger auf dem Touchscreen des iPhone quasi als Hubschrauberpilot über die Innenstadt fliegen kann.

Screenshot Apple Maps 3 D
Die Innenstadt von München mit Marienplatz und Rathaus in Vordergrund, und den Türmen der Frauenkirche im Hintergrund. Links im Vordergrund ist auch noch der Alte Peter zu erkennen.

Doch jetzt zum eigentlichen Thema dieses Artikels:
Apple Maps kommt mit einer integrierten Navigation. Modi: Fahrzeug - Fußgänger - öffentliche Verkehrsmittel (letzteres ist in Deutschland anscheinend noch nicht verfügbar.)
Ich werde den Fußgängermodus genauer untersuchen, und zwar speziell für die Zielgruppe blinde und sehbehinderte iPhone User, die auf Sprachausgabe angewiesen sind. Hier kommt gleich ein Plus der Apple Map zum Zug: Die Sprachausgabe VoiceOver ist ja ins Betriebssystem integriert, so dass wesentlich sparsamerer Umgang mit den Ressourcen quasi eingebaut ist.

Fußgängermodus ist für alle Navigationssysteme ein ganz eigenes Thema. Die Darstellung auf dem Bildschirm zeigt daher in der Regel neben dem momentanen Standort die Richtung zum Ziel, unabhängig von Wegen oder Straßen. Der Fußgänger kann also auch vom vorgezeichneten Weg mal abweichen, ohne die Richtung aus dem Auge zu verlieren.

Screenshot Apple Maps Navigation Fußgängermodus
Nur das Wesentliche wird angezeigt, aber das gut sichtbar. Oben Navigationsanweisungen für den aktuellen Standort, unten dier Route mit Standort und Blick-/Gehrichtung.

Diese optische Führung ist Apple Maps hervorragend gelungen.

Nun zur Nutzung durch blinde und sehbehinderte Menschen. Hier bietet sich ein Audio zur Beschreibung an:

Audio eines Spaziergangs mit Apple Maps Navi und VoiceOver

Entscheidendes Detail für VoiceOver Nutzer: Links unten gibt es einen Schalter "Ortung" mit drei Zuständen. Diesen Schalter durch zweimaliges Aktivieren auf "Weiter Richtung" einstellen, damit die aktuelle Position und Richtung angesagt wird. Die jeweils nächste Routenanweisung steht im oberen Bildschirmbereich. Mit Auf- und Abstreichen kann man durch alle Anweisungen scrollen.

Nicht verschwiegen sei ein weiteres Manko: Nach dem Verlassen der Route, zum Beispiel, weil eine Abzweigung überlaufen wurde, gab es keinerlei Ansagen von VoiceOver mehr. Bei Sicht auf den Monitor kein Problem …

Fazit: Apple muss sich mit dieser Lösung vor großen, teuren Navigationslösungen nicht verstecken, die App hat aber noch viel Potenzial nach oben.


Passagierrechte für Personen mit Behinderungen. Ein EU (Schildbürger-) Streich.

Freitag, 6. Juli 2012

Screenshot Webseite
Reisen ist ein Recht für alle
In Europa sind Reisen für jeden fünften Bürger aufgrund von Alter, Behinderung oder eingeschränkter Mobilität schwierig. Deshalb hat die Europäische Union eine Reihe von Rechten festgelegt, damit dieser Personenkrels genauso problemlos mit dem Flugzeug oder der Bahn reisen kann wie jeder andere.

So weit so gut. Ob die Europäische Kommission diese ihre eigene Aussage verinnerlicht hat, darf bezweifelt werden.
Auf der Website werden Apps für verschiedene Smartphones angeboten. Ich hab' mir die iPhone App mal angeschaut; oder besser angehört, mit VoiceOver. VoiceOver, das ist das Hilfsmittel, mit dem blinde User das iPhone bedienen. Also exakt die Zielgruppe. Wenn also für die Zielgruppe der blinden iPhone User eine App angeboten wird, dann sollte diese Zielgruppe die App auch bedienen können.

Schauen wir uns einmal die Startseite "Bahn" an:

Screenshot iPhone App - Bahn
Die Startseite "Bahn" bietet ein Menü mit Themen und verlinkt zu den Antwortseiten.
Beispiel:
  • Kauf einer Fahrkarte
  • Verfügbarkeit von Informationen
  • Sicherheit im Zug und auf den Bahnhöfen
  • usw.

Antippen der ersten Option öffnet die Seite "Kauf einer Fahrkarte":

Screenshot iPhone App - Bahn
Kauf einer Fahrkarte
Welche Rechte habe ich?
Sie können Ihre Karte an einem Fahrkartenschalter oder an einem Fahrkartenautomaten, per Telefon oder über das Internet kaufen. Wenn keine dieser Möglichkeiten verfügbar ist, können Sie Ihre Fahrkarte auch im Zug kaufen
Wie kann man sich beschweren?
Wenn Sie glauben, dass Ihre Rechte … usw.

Sieht doch alles gut aus. Nicht so für blinde User. Die kriegen auf der Seite etwas ganz anderes als sehende User vorgesetzt:

Audio der Seite "Kauf einer Fahrkarte" von VoiceOver gelesen.

Ab ca. Sekunde 13 läuft die Bildschirmanzeige und die Sprachausgabe auseinander. Da wird an Stelle des angezeigten Inhalts die nicht sichtbare Menüseite erneut vorgelesen!
Nein! Das ist keineswegs ein einzelnes Mißgeschick. Die Accessibility-Probleme ziehen sich durch die ganze App. Es wäre ermüdend, und vermutlich wenig zielführend, jedes einzelne Detail hier zu dokumentieren

Was soll man davon halten? An Stelle eines (vernichtenden) Urteils über die Entwickler (können Sie es nicht, oder wollen sie nicht?) hier einige Links, die sich die Entwickler einmal zu Gemüte führen sollten:

Testen Sie selbst (Eva Papst).

See for yourself (english).

So baut man VoiceOver-Support in iOS-Anwendungen ein (Marco Zehe)

Nachtrag 17.07.2012

Eva Papst, eine unmittelbar Betroffene, hat einen grundsätzlichen Artikel zu der Thematik geschrieben:
http://aus-meiner-feder.at/alltag/kompensation.php


onlinetvrecorder.com

Montag, 2. Juli 2012

onlinetvrecorder.com ist der Online TV Recorder meiner Wahl. Kostengünstig - nur wenige Cent pro Aufzeichnung - , große Programmauswahl.
Ein Highlight: Viele Sendungen werden automatisch aufgezeichnet. Ich kann also auch Sendungen downloaden, die ich nicht selbst programmiert habe. (Stichwort: GetItAll-Wishlist)

Wenn nur die furchtbar unübersichtliche Programmoberfläche nicht wäre:

Screenshot Desktop
Der Startbildschirm der Online TV Recorder Website

Mit der Web-Oberfläche V2 wurde die Ansicht zwar etwas aufgeräumter. Aber die Bedienung ist für meinen Geschmack immer noch etwas mühsam. Ich will ja in der Regel nur eine Sendung programmieren, die ich im Programm gefunden habe.

Mehr oder weniger zufällig habe ich entdeckt, dass Online TV Recorder auch eine mobile Version bietet:
http://www.onlinetvrecorder.com/webapp/

Screenshots:

Screenshot 1 iPhone
Der Startbildschirm von Online TV Recorder auf dem iPhone, mit den 5 Optionen:
  • Sendungen
  • Aufzeichnungen
  • Profil
  • Hilfe
  • Erweiterte Funktionen
Screenshot 2 iPhone
Die Suchfunktion von Online TV Recorder auf dem iPhone

Voraussetzung für die Benutzung der mobilen Version ist ein Premium-Status mit App-Zugang. Preis hierfür: 99 Cent pro Monat. (Die Anmeldung leitet leider auf die Weboberfläche weiter, muss aber nur einmalig durchgeführt werden. Verlängern des Abos - Einzahlungen - können von der mobilen Oberfläche aus durchgeführt werden.)

Die mobile Version lässt sich auf dem iPhone mit VoiceOver tadellos bedienen.

Mein persönlicher Trick: Ich rufe die mobile Seite auch auf dem PC auf. Eine Wohltat nicht nur für die Augen.

Screenshot:

Screenshot der Web App auf dem Desktop
Der Startbildschirm der Online TV Recorder Web App auf dem Desktop

Wenn ich es richtig beurteile, dann ist diese Seite mit ScreenReader nicht bedienbar? Vielleicht ja mit Mac/Safari und VoiceOver?

Nachtrag

Auf Twitter wurde mir noch eine PDA-Version genannt:
http://www.onlinetvrecorder.com/pda/
Mit dieser Version geht auch das Registrieren ganz einfach. Ob auf dem iPhone, oder im Browser.


Podcasts App von Apple

Dienstag, 26. Juni 2012

Seit heute im Apple Store: Podcasts
QR Code Podcast im iTunes Store

Kurz angetestet: Funktioniert. Übernimmt alle meine abonierten Podcasts von Instacast, bleibt aber ansonsten farblos - eine Version 1.0 eben.


Mir fehlen:

Anm.: mit VoiceOver ist die App perfekt bedienbar, wie von Apple nicht anders zu erwarten.
Nachtrag: Nobody is perfect. Wenn mit aktivem VoiceOver die Suchen-Funktion von Podcasts aufgerufen wird, dann ist die App anschließend unbedienbar. Also doch Version 1.0.


FTP auf dem iPhone - auch mit VoiceOver

… oder:

Blinde Webworker, die unterwegs mit dem iPhone Ihre Seiten pflegen wollen

Webworker, die auch unterwegs ihre Seiten pflegen. Das kann schon mal notwendig sein. Ohne "richtigen" Rechner, also ohne Tastatur, d. h. mit dem iPhone, Dateien auf dem Server bearbeiten: Auch das geht. mit einer wirklich genialen App: FTP On The Go. Der Preis: 4,99 €.
QR Code iTunes Link
So weit, so gut.
Dass FTP On The Go seit dem letzten Update mit VoiceOver perfekt bedienbar ist, ist alles andere als selbstverständlich. Also genau das richtige für blinde Webworker, die unterwegs mit dem iPhone Ihre Seiten pflegen wollen.


Twittern und Facebook updaten mit Siri

Freitag, 22. Juni 2012

Siri, meine Sprachassistentin, kann nicht nur chatten (mittels iMessage oder Web-Chat), sondern auch Twittern und Updates an Facebook schicken. Beides geht zwar mittels eines Umwegs über SMS, aber das empfinde ich als unelegant, von möglichen Kosten mal ganz abgesehen, da ich keine SMS-Flatrate habe.

Ich verwende auf dem iPhone anstelle der Twitter- und Facebook-Apps einfach die jeweilige Webseite twitter.com
und facebook.com. Die beiden Seiten habe ich als Button zum Home-Bildschirm hinzugefügt. Sowohl Twitter als auch Facebook öffnen auf dem iPhone eine für kleine Bildschirme optimierte Version der Website.

Auf Facebook:
Status aktualisieren - iPhone ans Ohr halten - diktieren - iPhone vom Ohr nehmen zur Kontrolle des diktierten Textes. (Eventuell nur jeweils kurze Abschnitte diktieren zur besseren Kontrolle.) - Teilen. Fertig.

Auf Twitter:
Neuen Tweet erstellen mit dem Button rechts oben, und weiter wie bei Facebook.

Auf Facebook funktioniert das alles wie das Chatten auch mit aktiviertem VoiceOver.
Auf Twitter ist leider der Button zum Erstellen eines Tweets für VoiceOver unsichtbar?! Warum das so ist, weiß wohl nur Twitter.

Nachtrag

Man kann auf der mobilen Website von twitter.com doch mit VoiceOver einen Tweet erstellen.
Die Vorgehensweise:
Dienstprogramme (Schalter unten mitte) - Tweet
Das Textfeld, das sich öffnet, kann mittels Siri befüllt werden.

Nachtrag 23.06.2012

Als ich den Test schrieb, hatte mein iPhone wohl gerade Schluckauf. Die Facebook-App funktioniert, auch mit VoiceOver und Siri. Und mein Twitter Client Echofon ebenso.
Entscheidend beim Diktieren mit Siri ist: Jeweils darauf achten, dass der Eingabemodus aktiv ist (Bildschirmtastatur sichtbar). Andernfalls öffnet sich Siri im Dialogmodus, und nicht im Diktatmodus.


Sprachchat mit Siri - die Zweite

Donnerstag, 21. Juni 2012

Im vorherigen Artikel habe ich beschrieben, wie einfach es ist, mit dem iPhone einen Sprachchat unter Verwendung von iMessage, Siri und VoiceOver zu führen.
Nun ist mit iMessage natürlich immer nur eine Kommunikation zwischen zwei Gesprächspartnern möglich. Ein "richtiger"Chat ermöglicht aber die Unterhaltung mehrerer Teilnehmer.
Mein barrierefreier Chat ist ein "richtiger" Chat. Und er ist nicht nur barrierefrei, wie Eva kommentiert hat, sondern er kann mit Hilfe von Siri und VoiceOver auf dem iPhone ebenfalls als Sprachchat genutzt werden.

Eine Kurzanleitung

Die Adresse:
http://webdesign.weisshart.de/chat/

führt dich auf die Login-Seite.
Dort am einfachsten als Gast anmelden:

Nickname: Gast
Passwort: demo

(Natürlich kannst du dich wahlweise auch mit einem eigenen Nicknamen registrieren:
http://webdesign.weisshart.de/chat/reg.php )

Nachdem du den Chat betreten hast:

  • Die VoiceOver Rotorsteuerung auf "Formularsteuerungen" und mit Wischen nach unten zum ersten Formularelement (das ist das Eingabefeld)
  • Doppeltipp zum Bearbeiten macht das Eingabefeld aktiv (Bildschirmtastatur geöffnet).
  • Erste Nachricht an Siri diktieren. Dazu wie üblich einfach das iPhone ans Ohr halten. (Siri muss natürlich wie im Vorgängerartikel beschrieben aktiviert sein.)
  • Siri liest die diktierte Nachricht zur Kontrolle vor.
  • Absenden NICHT mit dem Formular-Button "Los", sondern mit der Taste "Öffnen" in der Bildschirmtastatur. (Das entspricht dem Drücken der Entertaste auf einer Hardware-Tastatur)
  • Deine soeben gesendete Nachricht wird von VO gesprochen.
  • Das Eingabefeld bleibt aktiv, die Taste "Öffnen" bleibt fokussiert, und Absenden weiterer Nachrichten erfordert nur einen Doppeltipp irgendwo auf dem Bildschirm.

An Stelle von Siri kann natürlich auch die Bildschirmtastatur, oder eine externe Bluetooth-Tastatur verwendet werden. Der Chat auf dem iPhone ist sprichwörtlich multimedial.
Ach ja, und nur keine Hemmungen! Im Demo-Chat darf und soll Jeder nach Herzenslust experimentieren und testen.


Sprachchat mit Siri - ein Experiment

Sonntag, 17. Juni 2012

Siri, die Sprachassistentin, war auf meinem iPhone lange Zeit deaktiviert. Nur Spielerei, keine sinnvolle Einsatzmöglichkeit. Heute hab' ich Siri mal wieder aufgeweckt und mit ihr gespielt. Und aus dem Spiel wurde ein nettes Experiment:

Ein Sprachchat unter Einsatz von Siri, iMessage und VoiceOver

Die Voraussetzungen:

  • Ein iPhone 4S mit iOS 5, und aktiviertem iMessage (Aktivieren unter Einstellungen - Nachrichten)
  • Ein Chatpartner mit gleicher Ausrüstung.
  • Siri aktiviert. (Einstellungen - Allgemein - Siri. Dort: Siri: Ein, Sprechen: Ein)
  • Siri braucht Verbindung ins Internet. WLAN ist von Vorteil, mindestens aber G3/UMTS
  • Eine einigermaßen lärmarme Umgebung, damit Siri nicht durch zu viele Nebengeräusche irritiert wird.

Mit diesen Einstellungen funktioniert bereits ein Ein-Weg-Sprachchat; also Spracheingabe, Ausgabe auf dem Bildschirm.
Dazu

  • die Nachrichten-App öffnen
  • das Eingabefeld antippen um die Eingabe zu aktivieren (Bildschirmtastatur wird eingeblendet)
    Dass die Kommunikation via iMessage erfolgt, erkennt man an der Vorbelegung des Eingabefeld mit "iMessage" und einer blauen Senden-Taste.
  • das iPhone ans Ohr halten, Signalton abwarten, und die Nachricht sprechen. Siri versteht am besten, wenn die Nachricht in natürlichem Sprechtempo und normaler Intonation gesprochen wird.
  • das iPhone vom Ohr nehmen. Siri trägt die gesprochene Nachricht ins Eingabefeld ein.
    Ein Hinweis: am besten immer nur einen kurzen Satz diktieren, und dann das iPhone vom Ohr nehmen zur Kontrolle der Eingabe. Wenn man das iPhone wieder ans Ohr nimmt, wird weiterer diktierter Text angehängt.
  • die Senden-Taste antippen

Ein Zwei-Weg-Sprachchat, also Sprach-Ein- und -Ausgabe, erfordert zusätzlich aktiviertes VoiceOver. Eva Papst hat zu diesem Thema einen schönen Artikel mit dem Titel: Testen Sie selbst geschrieben.
Beim Chatten mit VoiceOver sollte außerdem die Ausrichtungssperre des iPhone aktiviert sein, damit VoiceOver nicht ständig "Querformat - Hochformat - Querformat …" quasselt. Ausrichtungssperre einschalten siehe Benutzerhandbuch.

Chatten mit VoiceOver funktioniert prinzipiell wie oben beschrieben, mit folgenden Besonderheiten:

  • Beim Aufruf der Nachrichten-App ist der Fokus bereits im Eingabefeld. Auf dem Bildschirm erkennbar durch die kräftige Umrahmung.
  • Um die erste Nachricht abzuschicken, muss wie oben beschrieben die Senden-Taste betätigt werden. Bei aktiviertem VoiceOver geschieht dies durch Doppeltippen.
  • alle weiteren Nachrichten können, wie unter VoiceOver üblich, durch Doppeltippen irgendwo auf dem Monitor abgeschickt werden. Ab jetzt sind keine weiteren Aktionen auf dem Monitor mehr erforderlich. Siri und VoiceOver wechseln sich je nach Bedarf selbständig ab.
  • Eine VoiceOver-typische Eigenheit soll nicht verschwiegen werden: Die nachträgliche Korrektur falsch erkannter Spracheingaben ist unter VoiceOver so kompliziert, dass Nicht-VoiceOver-Spezialisten besser ganz auf Korrekturen verzichten. In den meisten Fällen sind Nachrichten auch mit falsch erkannten Wörtern noch dem Sinn nach verständlich. Im schlimmsten Fall empfiehlt es sich, wie in einem Chat üblich, eine weitere Nachricht mit einer entsprechenden Erklärung nachzureichen.

Nachtrag

Mein (blinder) Testpartner war übrigens mit einem iPhone 4 (mindestens 3GS ist nötig für iMessage) und Bluetooth-Tastatur sowie VoiceOver zugange. Tastatur, weil Siri erst ab dem iPhone 4S funktioniert. Auch mit dieser Ausrüstung ist flüssiges Chatten möglich.

Noch ein Hinweis an VoiceOver-Nutzer:
Siri ist mit der beschriebenen Technik nicht so geschwätzig wie üblich. Sie spricht überhaupt nicht, sondern hört nur artig zu und nimmt mein Diktat auf. Sprachausgaben, also die Kontrolle der diktierten Nachricht, und eingehende Nachrichten werden ausnahmslos von Anna (das ist meine VoiceOver-Stimme) gelesen. Der seltene Fall, dass zwei Frauen wirklich diszipliniert kommunizieren (sorry, die Bemerkung musste sein.)

Und als Beleg, dass der beschriebene Sprachchat wirklich funktioniert, jetzt noch ein Audio. Bei Position 00:50 habe ich den Bildschirmvorhang aktiviert, also den Monitor schwarz geschaltet. Dies als Beleg, dass der Sprachchat wie beschrieben auch von blinden iPhone-Usern genutzt werden kann:
Audio: ein Sprachchat mit Siri

Und hier noch ein Hinweis bezüglich der Kosten von iMessage.


Farberkennung mit der ColorVisor iPhone App

Freitag, 15. Juni 2012

Für das iPhone gibt es eine Reihe von Apps, um Farben zu erkennen. Es liegt auf der Hand, dass auch blinde Menschen versuchen, solche Apps zu nutzen, um z. B. sicher zu gehen, dass die Bluse, die sie aus dem Schrank nehmen, wirklich die rote Bluse ist.
Für diesen Zweck gibt es spezielle Hilfsmittel, die gut funktionieren, die teuer sind (sehr teuer zumeist), und natürlich nicht immer am Mann / an der Frau.
Anders das iPhone: Das ist immer dabei, und Apps sind preiswert bis kostenlos.
Womit ich bei der heute angetesteten App bin.
ColorVisor (iTunes Link) kostet 3,99 €. Und funktioniert gut. Mit Optimierungspotential, auf das ich gleich noch eingehen werde.
ColorVisor hat viele Funktionen. Auf der Produkt-Homepage kann man alle diese Funktionen nachlesen.

Screenshot
Bildschirmfoto der App im Modus Colorscanner.

Ich beschränke mich im folgenden Kurztest auf die Verwendung als Hilfsmittel für blinde Menschen. Die Aufgabe: Welche Farbe hat das T-Shirt?
Ich bediene mich eines Tricks, den Eva Papst mir verraten hat, und der tatsächlich die besten Ergebnisse bringt, wenn man die App blind bedienen muss, also ohne die Möglichkeit, auf dem Monitor zu kontrollieren, ob der Bildausschnitt stimmt. Ich schalte den Blitz meines iPhone 4S in der App auf Dauerlicht, und lege das iPhone mit dem Objektiv direkt auf das zu scannende Objekt; also auf mein T-Shirt. Klingt verrückt, funktioniert aber erstaunlich gut. Das vom Blitz gestreute Licht genügt zur Ausleuchtung, und "Verwackeln" oder "daneben Zielen" ist ausgeschlossen.

Hier ein Audio mit der Ausgabe von VoiceOver:

Audio ColorVisor

Das Audio zeigt deutlich zwei Probleme auf:

  1. ColorVisor quasselt zu viel. Jede Farbänderung wird automatisch angesagt. Das klingt erst einmal gut. Für den VoiceOver-Nutzer führt das allerdings dazu, dass das Programm schlecht bedienbar wird. Die Taste zum Einschalten des Blitzes mittels VoiceOver zu finden, wird durch das permanente Gequassel zum Geduldsspiel.
  2. ColorVisor sagt auch kleinste Farbnuancen an. Das mag manchmal erwünscht sein. Es genügt, das iPhone auch nur einen Millimeter zu bewegen, und schon wird aus "Olivgrün" ein "helles Olivgrün". Und diese Änderung sagt VoiceOver an. Womit wir wieder beim Punkt 1 wären.

Mein Vorschlag:

  1. Die automatische Fokussierung von Voice Over auf die Ansage der Farbe optional ausschaltbar machen
  2. Eine Option um weniger Farbdetails anzusagen

Schön wäre es, wenn die gewählten Optionen im Programm gespeichert bleiben.
Ansonsten ist das Programm perfekt auf die Bedienung mit VoiceOver optimiert. Hier waren Fachleute am Werk.

Fazit:

Ein gutes Programm auch für blinde iPhone Nutzer; mit Optimierungspotenzial. Kaufempfehlung.


Voice Book VO für Facebook - eine iPhone App der anderen Art mit VoiceOver getestet

Samstag, 26. Mai 2012

Neu im App Store: Voice Book VO
Eine App, die es blinden und sehbehinderten iPhone Nutzern erleichtern soll, Facebook auf dem iPhone zu nutzen.

In der Beschreibung werden sehende Benutzer vor dem abgespeckten Design gewarnt.

Screenshot des Nachrichtenbildschirms
Die Standardansicht der App zeigt eine Nachricht in reiner Textform. Darüber die Überschrift "Newsfeed Item 7 of 94". In der Fußzeile ein Bedienungshinweis.
Screenshot des Aktionsbildschirms
  • Follow Link
  • Like This
  • Who Likes This?
  • Read Comments
  • Add Comment
  • Post Status
  • Go To Top
  • Go To Bottom
  • Refresh Newsfeed
  • Done
  • Voicebook Settings

Nett gemacht, und möglicherweise wirklich eine Option für blinde und sehbehinderte Facebooker.

Nachtrag 27.05.2012

Meine Kritik an der vermeintlich kaputten VoiceOver-Rotorsteuerung, die hier ursprünglich stand, muss ich zurücknehmen. Danke an Stan Lüder, Marco Zehe, und Sandra für die Hinweise.


Na also, geht doch! Remember the Milk zeigt, wie es geht

Montag, 14. Mai 2012

Ja, ich weiß. Die Überschrift ist irreführend. Wenigstens teilweise. Ich will nämlich heute einmal an einem Beispiel zeigen, dass Accessibility aka Barrierefreiheit und pfiffig gestylte Elemente sich nicht ausschließen. An Hand einer iPhone App. Remember the Milk, ein Get things done Tool, hat heute ein Upgrade seiner iOS App bereitgestellt. Mit der Ankündigung: "redesigned with a completely new interface". Die Erfahrung zeigt leider, dass sich hinter solchen Versprechungen in vielen Fällen eine Verschlechterung der Zugänglichkeit für VoiceOver Nutzer verbirgt.
Nicht so bei Remember the Milk. Der folgende Screenshot zeigt in Handschrift beschriftete Elemente, die entgegen einer ersten Befürchtung auch mit VoiceOver korrekt gelesen werden.

Screenshot 1
Screenshot iPhone: Die Seite mit den Aufgaben für morgen. Die Überschrift "Morgen" und die Auswahlschalter "erledigt" und "unerledigt" sind in Handschrift gestylt. Die Auswahl "unerledigt" ist handschriftlich eingerahmt, um die aktuell gewählte Ansicht zu symbolisieren.

VoiceOver liest korrekt und entsprechend der Konvention: "Unerledigt - Taste, Erledigt - grau dargestellt - Taste."

Ich kann nur sagen: Na also, geht doch.

Kurz noch zur App selbst: Remember the Milk synchronisiert perfekt sowohl mit der Desktop-Webapplikation, als auch mit iCal.

Screenshot 2
Screenshot des iPhone Kalenders mit der soeben in Remember the Milk eingegebenen Aufgabe: "Test mit VO"

Eine Schlussbemerkung: Ich kann leider nicht sagen, welche Funktionalität die kostenlose Version mitbringt, da ich seit einem Jahr die kostenpflichtige pro-Version nutze. Aber die Kernaussage dieses Artikels ist davon nicht betroffen.


dailyme - mobil Fernsehen auch ohne Netz

Sonntag, 1. April 2012

Unterwegs mit dem iPhone fernsehen. Ja, das geht. Zum Beispiel mit zattoo. Voraussetzung ist allerdings WLAN. Und daran mangelt es unterwegs halt häufig. Eine pfiffige Alternative bietet die kostenlose (werbefinanzierte) App dailyme. dailyme speichert ausgewählte Sendungen auf dem iPhone, so dass sie unterwegs auch ohne Datenverbindung, aber dafür ohne Verzögerung in sauberer Qualität zur Verfügung stehen. Es macht durchaus Sinn, die verpasste Sportschau vom Vorabend am nächsten Tag unterwegs auf dem iPhone zur Verfügung zu haben. Ein Wermutstropfen: Die App speichert die jeweils aktuellen Sendungen, z. B. die Tagesschau, erst, wenn du sie aufrufst; am besten natürlich, während du in einem WLAN eingebucht bist, um dein Datenvolumen zu schonen.
Also einen Knoten ins Taschentuch!

Screenshot 1
Screenshot des Hauptbildschirms. Die obere Hälfte zeigt Programmvorschläge, die untere Hälfte die von dir gewählten und gespeicherten Sendungen.
Screenshot 2
Screenshot des Detailbildschirms. Die obere Hälfte zeigt Details zur Sendung, die untere Hälfte listet die verfügbaren (gespeicherten) Folgen auf.

Erstaunlich: Durchgängig saubere Bedienbarkeit auch mit VoiceOver. Da können sich viele Entwickler etwas abschauen.


Warum ist das so schwer?

Dienstag, 27. März 2012

Die meisten Entwickler von Apps für iOS reagieren mit einem Textbaustein a la "werden wir an die Entwicklungsabteilung weitergeben", wenn sie auf Barrieren in ihren Apps angesprochen werden.
Das war's dann leider auch schon, in der Mehrzahl der Fälle.
Positive Ausnahmen sind selten. Philipp Kandal von Skobbler mit der iOS App Navi 2 ist so eine Ausnahme. Dort gibt es echtes Bemühen um Barrierefreiheit. Leider ist auch dieses Bemühen nur teilweise von Erfolg gekrönt.
Philipp Kandal reagierte so, als die App bei einem Update mal wieder "verschlimmbösert" wurde:

Mir ist nicht so klar, warum uns das so schwer fällt …

Hier mein Versuch, darauf eine Antwort zu geben:

Ich vermute einfach, dass es Entwicklern schwer fällt, pragmatisch an das Thema heranzugehen.
Der oder die Entwickler wissen doch, welche Funktion in einem Programm enthalten ist, oder bei einer neuen Version neu eingebaut / verändert wurd.
Neue oder geänderte Funktionen werden selbstverständlich im Entwicklungprozess getestet. Natürlich mit dem Client, für den das Programm geschaffen wurde. In unserem Falle also mit einem iPhone und/oder iPad. Ich unterstelle, dass jeder Entwickler Zugang zu einem iPHone/iPad hat. Und damit hat er auch Zugang zum vorinstallierten VoiceOver.
Warum also nicht jede Funktion auch einmal mit VoiceOver testen. Ein Dreifachklick auf den Homebutton genügt. Und das Wissen um ganz wenige Gesten, die erforderlich sind, um eine App mit VoiceOver zu bedienen, und zumindest offensichtliche Barrieren zu entdecken.

Wie die Sache mit dem Dreifachklick funktioniert, hat Eva Papst allgemein verständlich beschrieben:
Testen Sie selbst!
Und damit fehlendes Verständnis der deutschen Sprache nicht als Ausrede her halten kann, das Gleiche auch noch auf englisch.


Test WinZip iOS App - auch mit VoiceOver?

Mittwoch, 15. Februar 2012

Der Urvater aller Komprimierungstools hat den Weg auf das iPhone gefunden:

WinZip (iTunes Link) (kostenlos)

Auf dem iPhone funktioniert WinZip allerdings nur als Viewer, um schnell mal den Inhalt von Zip-Archiven zu prüfen, die man per E-Mail erhalten hat, oder auf einer Webseite antrifft.

Da die Gebrauchsanweisung in der App nur als Screenshot mit Anmerkungen vorliegt, hier eine "richtige" Anleitung:

Um E-Mail Anhänge zu öffnen, den Anhang antippen, und dann im Auswahlmenü "In "WinZip" öffen" wählen.

Um Zip-Archive auf Webseiten zu öffnen, den Link antippen und auf der Folgeseite "In "WinZip" öffen" wählen.

Es öffnet sich eine Liste mit dem Inhalt des Archivs. Antippen einer Datei öffnet die entsprechende Datei als Voschau. (Diese Vorschau ist, sofern es sich um eine Textdatei handelt, leider für VoiceOver zwar lesbar, aber vollkommen unstrukturiert.)

Ein Dateimanagement gibt es - noch? - nicht. Die Inhalte des Archivs können weder an entsprechende Apps zur Weiterbearbeitung geschickt werden (Fotoalbum, Files o. Ä.), noch an Dropbox & Co. oder per E-Mail verschickt werden. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja alles noch mit der Zeit. Dennoch: Eine App, die auf meinem iPhone installiert bleibt. Vor allem, weil sie ja bei Bedarf ohne weiteres zur Verfügung steht.

Nachtrag 16.02.2012

Ich hab' beim Entwickler wegen der erwähnten Schwächen nachgefragt, und folgende Antwort erhalten:

Hello Fritz,

The WinZip iPad/iPhone app is a first generation one. In this first iteration, it can only unzip files and then only simple ones. It is not capable of handling advanced compression nor can it handle AES encryption. A listing of the features in this app can be found at http://itunes.apple.com/ca/app/winzip/id500637987?mt=8 The app will open files in a Zip file for viewing, if they are supported types of files (see the list in the link above). It does not have any feature for saving files or sending them to other applications nor does it include any feature for uploading to Dropbox or ZipSend. Copying is done as with any other copying on iPhone or iPad. When you have the contents of a file open for display, press down inside the display until the area is highlighted. Use the "dots" at top, bottom, or on the sides to drag the highlighted area until all that you want is highlighted and then press "Copy", which should also be showing at this time. Please let us know if you find that the app is not functioning as described. We will verify inconsistencies and forward the information to the development team.

–Bill Glenister, WinZip Technical Support


Test Codecheck - der beste Barcode Scanner für das iPhone? auch mit VoiceOver?

Donnerstag, 9. Februar 2012

Barcode checken auf dem iPhone war bisher die Domäne von barcoo. Und die Benutzung für blinde und sehbehinderte Menschen nicht immer frustfrei.

Die kostenlose iPhone App Codecheck verspricht Besserung. Codecheck ist sehr schnell. Sobald ein Barcode im Blickfeld der Kamera ist, wird fast verzögerungsfrei ausgelöst. Und ganz schnell ist auch das Produkt in der Datenbank gefunden - Verbindung zum Internet vorausgesetzt.

Screenshot
Screenshot
b

Für blinde und sehbehinderte Benutzer wird per In-App-Kauf die Erweiterung ScanGuide zum Preis von Euro 24,99 angeboten. ScanGuide gibt akustische Hilfestellung bei der Suche nach einem Barcode. In Kombination mit der schnellen Erkennung des Barcodes verbessert sich damit die praktische Benutzbarkeit für blinde und sehbehinderte Menschen erheblich. ScanGuide kann 5 mal kostenlos getestet werden.

Nachtrag 10.02.2012

Interessant ist, dass Codecheck auf die Nutzung des Blitzes verzichtet. Und dennoch - oder gerade deshalb? - vorhandene Barcodes so schnell erkennt, auch wenn die Beleuchtung kaum ausreicht, um das Objekt visuell auf dem Monitor zu erkennen. Das folgende Foto wurde unter exakt den gleichen Bedingungen aufgenommen, die Codecheck zur Erkennung genügen. Auch diesbezüglich hat Codecheck gegenüber z. B. barcoo deutlich die Nase vorn.
Screenshot


FiRe Recorder App verschlimmbösert, und mit VoiceOver nicht mehr bedienbar

Freitag, 2. Dezember 2011

Wieder mal eine App, die nach einem Versionssprung nicht mehr mit VoiceOver bedienbar ist. Und wieder nur wegen einer Kleinigkeit, bei der die Entwickler schlicht geschlampt haben.

Was ist passiert? Um versehentliche Aufnahmen zu vermeiden, muss jetzt ein Slider bedient werden, wo früher ein Button war. Screenshot:

Screenshot

Hier der Screenshot der Vorgängerversion:
Screenshot

Der Slider wird von VoiceOver zwar vorgelesen, aber er kann nicht aktiviert werden. Weil die Entwickler nicht einen Standard-Slider verwendet haben, sondern selbst etwas "erfinden" mussten. Und dabei VoiceOver einfach vergessen haben. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Slider zu aktivieren, so lange VoiceOver aktiv ist. Auch Umschalten auf Standardgesten hilft nicht.

Ich habe die Entwickler auf den Fehler hingewiesen.

Hinweis: die alte Version ist noch erhältlich: App Store Link


Navigon für iPhone verschlimmbösert, und mit VoiceOver nicht mehr benutzbar

Donnerstag, 17. November 2011

Der Titel sagt eigentlich alles. Navigon hat soeben die Version 2.0 veröffentlicht. Die Rezensionen sind überwiegende negativ. Hauptkritikpunkt: Usability. Intuitive Bedienung wurde modischem? UI-Schnickschnack geopfert.

Für blinde Nutzer kommt es aber ganz dick. Die App ist mit VoiceOver nicht mehr bedienbar. Wenn einmal eine Navigation gestartet ist, dann lässt sich das Hauptmenü nicht mehr einblenden. Der entsprechende Button (links oben) wird von VoiceOver einfach nicht erkannt.

Screenshots: 1. Navigationsfenster 2. Hauptmenü
Screenshot 1
Screenshot 1

Nachtrag 20.12.2011:

Navigon nach Update auf Version2.0.1 jetzt auch mit VoiceOver wieder bedienbar. Erstaunlich das Changelog: Noch nie habe ich in einem Changelog das Wort "VoiceOver" gelesen:
✓ Verbesserter VoiceOver Support für sehbehinderte Benutzer


Siri ist des Drachen Tod

Dienstag, 8. November 2011

Nein, dies ist nicht mein Test Senf zu Siri auf dem iPhone 4S, mit einem besonders pfiffigen Frage- und Antwort-Spiel. Ich hab' Siri sogar deaktiviert, um die Reichweite einer Akkuladung im gerade noch vertretbaren Bereich zu halten. Dieser Blogpost ist vielmehr der Abgesang auf eine App, die durch Siri schlicht überflüssig wurde. Die Rede ist von Dragon Dictation. (Fast) alles, was Dragon Dictation kann, kann Siri auch, nur besser und deutlich schneller. Wenn Siri aktiviert ist, wird in die Software-Tastatur links von der Leertaste ein Mikrofon-Symbol eingeblendet. Screenshot:
Screenshot

(VoiceOver spricht: "Diktieren - Doppeltippen: Diktat starten - mit zwei Fingern Doppeltippen: Diktat beenden.")

Damit lässt sich jetzt z. B. in die Notizen-App, aber auch in jede andere App, die zum Schreiben/Editieren von Texten geeignet ist, mit der Diktierfunktion von Siri bequem schreiben. Einzige Einschränkung: Siri braucht zwingend Online-Zugang zu Apples Servern. Aber selbst der langsame Zugang via Edge genügt für kurze Diktate. Die Wartezeit zur Konvertierung ist immer noch kürzer als mit Dragon Dictation. Und die Erkennungsrate besser.

Eigentlich schade um Dragon Dictation.


Test der iPhone App Navi 2 mit VoiceOver

Montag, 10. Oktober 2011

Aus Skobbler wird Navi 2

Skobbler hatte ich ja schon angetestet. Jetzt kommt der Nachfolger Navi 2. Mit Licht und Schatten. Die App wird als Update im iTunes Store angeboten, wenn Skobbler installiert ist. Ansonsten: Installieren für Euro 1.59: iTunes Link

Licht:

Offline navigieren optional mit downloadbaren Karten. Beispiel: Europa: 5,99 €

Screenshot des In-App Kartenkaufs :

Screenshot



Kartenmaterial Europa ist insgesamt ca. 4 GB groß
Gut: Selektiv installierbar und deinstallierbar, um Speicherplatz zu sparen.
Ich habe zum Test installiert:
DACH + Italien, San Marino und Liechtenstein: ca. 1 GB - Download WLAN: 9 Minuten
Installation der Karten crashed nach ca. 30 Minuten, kann aber nach Neustart fortgesetzt werden. Dauer für die Installation meiner Auswahl insges. ca. 1 h

Das User Interface ist übersichtlich und schnörkellos. Alle Funktionen, die eine Navigations-App haben sollte, sind vorhanden, einschließlich Zugriff aufs Adressbuch.

Zur Qualität der Navigation selbst werde ich in einem Nachtrag berichten.

Schatten:

Die Fußgängernavi ist verschwunden.
Philipp Kandall von skobbler twittert dazu unter @apphil :
"pedestrian navi will come again very soon"

Die App ist jetzt mit VoiceOver unbedienbar, nachdem ich den Vorgänger diesbezüglich noch gelobt hatte. Wegen eines einzigen Problems: Beim Start der Navigation "bring mich hin" wird auf Kartenansicht geschaltet.

Screenshot Kartenansicht und Einstellungen:

Screenshot
Screenshot

Diese Kartenansicht kann man - temporär - mit einem Tipp in die Karte verlassen, um allfällige Einstellungen vorzunehmen, oder auch, um die Navigation zu beenden. Leider nicht, wenn VoiceOver aktiviert ist. VoiceOver Nutzer bleiben in der Kartenansicht gefangen.
Nachtrag 19.11.2011

Skobbler hat mir heute einen Screenshot der kommenden Version 4.1 gezeigt:

Screenshot

Dort ist ein Settings-Button eingefügt, mit dem auch VoiceOver Benutzer die Kartenansicht verlassen können. Und auch ein Fußgängermodus wurde für diese Version zugesagt. In einer Basisversion, was immer das im Detail bedeuten mag.

Nachtrag 06.12.2011

Die angekündigte Version 4.1 ist im App Store verfügbar. Mit dem versprochenen Settings-Button, und korrekter Beschriftung aller Buttons für VoiceOver. Ein großer Schritt in die richtige Richtung! Die App kann jetzt auch von blinden Usern wieder sinnvoll eingesetzt werden.

Ich weiß jetzt auch, was "Basisversion" des Fußgängermodus bedeutet: Fußgängerrouten werden, falls angewählt, nur in der Kartenansicht grafisch dargestellt. Einen Fußgängermodus im Navigationsmodus gibt es (noch?) nicht. Ob das noch kommt? Ich werde jedenfalls die weitere Entwicklung der App mit Interesse verfolgen.


Accessible Google Routenplaner

Sonntag, 25. September 2011

Unter blinden Reisenden ist/war der Trick bekannt, wie man an eine barrierefreie Version des Google Routenplaners kommt: http://maps.google.de/m/, die mobile Version von Google Maps war nicht nur für Smartphones optimiert, sondern auch optimal mit Screen Readern auf dem PC bedienbar. Die Verbreitung von mobilen Webdiensten kam also, wohl unabsichtlicherweise, auch blinden Menschen zugute.

War? Kam? Ja, leider. Der Aufruf des obigen Links wird neuerdings umgeleitet auf Google Places. Trendy; und nett, wenn man in der Nähe des Aufenthaltsorts nach einer Pizzeria oder Ähnlichem sucht. Aber es führt kein Weg mehr zum mobilen (=barrierefreien) Routenplaner, mit freier Eingabe von Start und Ziel.

Doch es gibt ihn noch, den mobilen Routenplaner:

http://maps.google.de/m/directions sowohl auf dem Smartphone, als auch auf dem PC.

Screenshot


Der Einsatz auf dem PC kann auch im Zeitalter von iPhone & Co. durchaus sinnvoll sein. Ein Fußweg durch die Straßen einer Großstadt mit dem Smartphone_Navi vor der Nase kann durch schlechten GPS-Empfang gestört oder gar unmöglich sein. Für blinde Navigatoren kommt erschwerend der Lärm der Großstadt hinzu, der ein Lauschen auf die Sprachausgabe des Navi unmöglich oder gar lebensgefährlich machen kann. Die Lösung: Route vorab am PC planen, und ausdrucken (ggf. auf "blindengerechte" Weise).

Screenshot Routenbeschreibung


Diese Routenbeschreibung ausgedruckt, oder als Text gespeichert, liest sich dann wie folgt:

Marienplatz 900 m - Info zu 11 Minuten

  1. Von Landschaftstraße nach Westen Richtung Weinstraße starten - 63 m
  2. Weiter auf Filserbräugasse - 69 m
  3. Links abbiegen auf Frauenplatz - 190 m
  4. Links abbiegen auf Augustinerstraße - 76 m
  5. Rechts abbiegen auf Neuhauser Str. - 400 m
  6. Rechts abbiegen auf Karlsplatz - 45 m
  7. Links halten, um auf Karlsplatz zu bleiben - 17 m
  8. Nach links abbiegen, um auf Karlsplatz zu bleiben - 42 m

Ende: Karlsplatz, München

Wie lange wohl Google diese undokumentierte Adresse offen hält?

Nachtrag 26.09.2011

Die mobile Version von Google Maps ist jetzt zu erreichen unter http://maps.google.com/m/maps. Nachdem man dort eine Adresse eingegeben hat, findet sich unter der Karte ein Link namens "Wegbeschreibung abrufen". Dieser Link führt ebenfalls zum mobilen (=barrierefreien) Routenplaner.

Nachtrag 2 - 04.07.2012

Lange Zeit dachte ich, Google hätte nur einen temporären Schluckauf. Leider scheint das Problem permanent zu sein.
Google Maps mobil gibt es noch. Auch den Link zum Routenplaner, mit dem Linktext "Wegbeschreibung abrufen".
Nur: Das ist kein Link. Sondern funktionsloser Text. Auch wenn Google ihn mittels CSS so aussehen lässt, als ob es ein Link wäre.
Was soll man davon nur halten?


Voice Reader Web - Vorlesesoftware fürs iPhone

Dienstag, 13. September 2011

Zitat von der iTunes Seite von Voice Reader Web:

++ Webseiten offline abspeichern ++ Bequeme Textansicht ohne Werbung und Bilder ++ Vorlesen von Webseiten online oder offline ++ 32 Stimmen in 21 Sprachen ++ Voice Reader Web - der neue Browser, der mehr kann!
Lassen Sie sich mit der professionellen Voice Reader Web Sprachausgabe Webseiten bequem vorlesen, profitieren Sie beim Webseitensurfen auf kleinem Display von der optimierten und schnellen Darstellung und sichern Sie Ihre Lieblingsseiten einfach per Knopfdruck offline auf Ihr Gerät. Wichtig gerade für den Fall, wenn kein WLAN in der Nähe ist oder ein Auslandsaufenthalt ansteht.

Ein paar Screenshots belegen, dass die Behauptung mit der optimierten Darstellung stimmt:

Screenshot
Screenshot
Screenshot
Screenshot


Mit einem Klick von der Normalansicht auf die Text-only-Ansicht umschalten. Und ganz schnell die Seite vorlesen lassen:

Audio

Vor- und Zurückspulen funktioniert wie in Audios mit der Fortschrittsanzeige. Und der Slider ist sogar mit VoiceOver bedienbar. Jetzt warte ich noch darauf, dass mir ein VoiceOver Benutzer sagt, warum er sich Seiten mit dem Voice Reader Web vorlesen lässt, und nicht mit VoiceOver. Ich vermute mal, dass Voice Reader Web nicht als VoiceOver-Ersatz, sondern eher wegen der Möglichkeit eingesetzt wird, Seiten auch offline zu lesen oder zu hören. Wer das will, muss noch zusätzlich zum Preis der App (1,59 €) eine sogenannte Offline-Stimme für 0,79 € kaufen.


Verschlimmböserung

Heute mal ein iPhone App Test der etwas anderen Art.

Mein erster Test einer iPhone App mit VoiceOver liegt schon einige Zeit zurück. Einer der ersten Tests untersuchte die Hotelbuchungsplattform HRS Portal.

Heute nun gab es ein Update. Mit der Ankündigung "von Grund auf neu entwickelte Anwendung mit neuem Design und verbessertem User Interface".

Screenshot:
Screenshot


Warum nur machen mich solche Ankündigungen sofort misstrauisch? Nun gut: VoiceOver aktiviert, und testen. Erster Eindruck: ordentlich. Alles schön beschriftet. Nach einer Suche will ich mir das gewählte Hotel im Detail anschauen. Ich sehe eine hübsche Slideshow:

Screenshot


Auf dem Screenshot kann man natürlich nicht erkennen, dass die Fotos im Abstand weniger Sekunden wechseln. Aber mit VoiceOver *grrrrrr*. Jedesmal, wenn das Bild wechselt, ertönt ein Sound.

Audio

… der Sound für "Seite geladen". Und VoiceOver setzt den Fokus auf den Seitenanfang. Egal, was ich auf der Seite auch (mit VoiceOver) lesen will, nach wenigen Sekunden "plopp", und der Fokus liegt wieder auf dem Seitenanfang. Das macht die App an dieser entscheidenen Stelle total unzugänglich für VoiceOver Nutzer.

Warum nur bin ich immer misstrauisch, wenn ich lese "verbessertes Design / User Interface"?


Nocs - der beste Text-Editor fürs iPhone. Auch mit VoiceOver

Nocs. Zufällig drüber gestolpert. (Na gut, nicht ganz zufällig. Einer mein App-Schnäppchenjäger, AppZapp, hat mir gemeldet, dass die App derzeit kostenlos ist.)

Was soll ich sagen? Der beste Text-Editor ever fürs iPhone. Optimale Dropbox-Integration, oder wahlweise Textfiles offline auf dem iPhone erstellen und editieren. Dateien zwischen Dropbox und iPhone verschieben. HTML Dateien aus Textfiles automatisch erstellen, mit Markdown-Unterstützung. Optimal mit VoiceOver bedienbar.

Nocs wird meinen bisherigen Favoriten DropFiler (Text-Editor für Dropbox) ablösen.

Nocs Website: www.wisd.com/nocs/ Dort sind die zahlreichen Features übersichtlich beschrieben.

Nocs im iTunes Store: itunes.apple.com/de/app/id396073482?mt=8

Downloadbefehl!


Test ZDFmediathek iPhone App mit VoiceOver

Montag, 5. September 2011

Das ZDF hat heute die kostenlose iPhone App ZDFmediathek veröffentlicht. Die App tut im Prinzip, was sie verspricht: Zugriff auf archivierte ZDF-Sendungen auch auf dem iPhone. Das User Interface ist hässlich,

Screenshot 1


aber wenn man "seine" Sendung gefunden hat - dazu gibt es auch eine Suchfunktion - funktioniert das Abspielen der Sendungen im iPhone eigenen Player zufriedenstellend.

Screenshot 2


Leider zeigt auch diese App wieder einmal die altbekannten Barrieren: Wichtige Schaltflächen sind für VoiceOver nicht beschriftet. VoiceOver spricht nur "Hyperlink". Dies gilt beispielsweise für den wichtigen Button zur Suche (rechts oben neben dem Button Menü).

Hinweis für VoiceOver Nutzer, die es dennoch versuchen wollen: Der Button zum Start des Videos ist auf der Seite, die nach Auswahl einer Sendung geöffnet wird, und belegt etwa das obere Drittel des Bildschirms. Beschriftet ist der Button (un)sinnigerweise mit "Leerzeichen". Darunter die Beschreibung des Films. Die Position des Buttons ist also relativ leicht zu "erraten".

Screenshot 3


Liebes ZDF: Die fehlende Beschriftung nachzurüsten ist technisch eine Kleinigkeit, und muss nur einmal gemacht werden, um Ihr Angebot für alle Zeiten auch für blinde Benutzer zugänglich zu machen. Nur Wollen müssen Sie schon mögen.

Ein Hinweis an die Entwickler

Ich empfehle folgende Lektüre:

iOS Accessibility sowie Making Your iPhone App Accessible

Nachtrag 07.05.2012

Weil das ZDF sich um Barrierefreiheit anscheinend nicht bemüht, hier noch ein paar Hinweise für blinde User nachgereicht, um die Suchfunktion mit VoiceOver zu nutzen:

  • App killen und neu starten, weil der Home-Link nicht immer zuverlässig auf die Startseite führt.
  • Der Suchen Button (beschriftet mit Hyperlink) ist rechts oben neben dem Button "Menü".
  • Das Suchfeld kann man nicht antabben, sondern nur erraten. Es befindet sich mittig unter der Überschrift "ZDFmediathek", und unter einer ebenfalls nicht fokussierbaren Überschrift "Suche". Also ca 2 cm nach unten fummeln, Ansage: "Suche - Suchbegriff - Textfeld". Die Tastatur schließt sich nicht nach dem Abschicken des Suchbegriffs per Suchen-Taste auf der Tastatur, sondern nur, wenn man von Suchfeld aus mit rechts wischen zum Absendebutton geht. (Beschriftung: "Suche 30.png")

Navigon Fußgängernavigation fürs iPhone

Freitag, 26. August 2011

"Eigentlich" wollte ich keine Navi-App mehr testen, so lange das GPS-Modul des iPhone nicht genauer auflöst, und gleichzeitig den Akku weniger schnell leer saugt.

Aber jetzt muss ich doch schnell eine Meldung los werden:

Screenshot Logo


Navigon hat soeben eine spezielle Fußgänger-App im iTunes App-Store eingestellt. Navigon Urban. Preis derzeit 3,99 €. Zu diesem Preis kann man schon mal ein Auge riskieren. Der niedrige Preis kommt wohl dadurch zustande, dass Kartenmaterial von OpenStreetMap zum Einsatz kommt. Karten gibt es (derzeit) nur von Deutschland.

Ich fürchte, dass alle Einschränkungen bezüglich der Tauglichkeit für blinde Benutzer genauso gelten wie für die "ausgewachsene" App. Ich werde baldmöglichst testen.


iPhone Apps zum Schnäppchenpreis

Mittwoch, 17. August 2011

Fast alle Apps im iTunes App Store gibt es hin und wieder zum reduzierten Preis. Aber du willst nicht jeden Tag manuell checken, ob deine Wunsch-App heute im Angebot ist? Kein Problem: AppTicker übernimmt die Überwachung für dich, und informiert dich per E-Mail, wenn der Wunschpreis für eine App auf deiner Beobachtungsliste erreicht ist.

Der Screenshot zeigt, dass die Navigon App heute wieder zum Schnäppchenpreis von 59,99 € erhältlich ist:

Screenshot


Mit der Zeit kannst du damit den einen oder anderen Euro sparen. Vorausgesetzt lediglich, du musst nicht immer alles "sofort haben".

Ach ja: die App ist gut mit VoiceOver bedienbar.


Wohin? geniale Location-App, auch für VoiceOver Nutzer

Montag, 1. August 2011

Wohin? ist der etwas merkwürdig klingende deutsche Name der iPhone App Where To. Die App ist vor allem blinden und sehbehindertem iPhone Nutzern bekannt, und genießt einen guten Ruf bezüglich Zugänglichkeit mit VoiceOver. Dem kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen. Deshalb hier nur ein kurzes Audio:

Audio 1

und, weil ich finde, dass das gut umgesetzt wurde, auch noch ein Audio von Navigon. Die App findet ein auf dem iPhone installiertes Navigon oder TomTom, und übergibt die Zieldaten an die Navi-App:

Audio 2

Ein - notwendiger - Hinweis: Alle Daten stammen aus dem Google Universum. Wenn du also eine bestimmte Adresse vermisst: Weise den Geschäftsinhaber auf Google Places hin! Es könnte hilfreich für sein Geschäft sein, wenn es gefunden wird.

Mein Fazit: die App ist jeden der 239 Eurocent wert.


Prizmo - beste Scan-/OCR App für das iPhone - auch mit VoiceOver

Sonntag, 24. Juli 2011

Prizmo

Die beste Scan-/OCR App bisher. Allerdings mit 7,99 € auch die teuerste. Jedoch, wie sich zeigen wird, jeden Cent Preis-wert.

Bisher getestete Scan-/OCR Apps:

  • SayText
  • DocScanner
  • OCRTOOL

Prism0 bietet beim Start neben Texterkennung auch die Verarbeitung von Visitenkarten, Rechnungen u.a. an. Ich werde mich auf die Kernfunktion Texterkennung beschränken.

Nachdem ein Foto aufgenommen, oder aus dem Album ausgewählt wurde, gibt es in der Fußzeile folgendes Menü:

  • Links (drehen)
  • Rechts (drehen)
  • Freistellen
  • Perspektive
  • Weiß(abgleich)
  • Widerrufen

Links und rechts drehen ist eigentlich überflüssig. Texte werden erkannt, auch wenn das Foto nicht richtig ausgerichtet ist. Ja, sogar zwei gleichzeitig eingescannte Buchseiten werden richtig erkannt. Ein Feature, das man nur bei "großen" OCR Programmen kennt.

Freistellen und Perspektive helfen, wenn bei der Aufnahme die Kamera nicht exakt ausgerichtet war. Blinden Benutzern hilft dies wenig. Aber für diesen Fall gibt es ein geniales Hilfsmittel: den i-Fix Stand.

Foto iFix Stand

Podcast: http://www.apfel-fleger.de/Podcasts/index.php?id=8
Doku zum i-Fix Stand vom Hersteller: https://public.me.com/i5b/de/ dort: T-117 i-FIX-stand.pdf

Weißabgleich kann eigentlich nie schaden, und man sollte ihn buchstäblich "blind" durchführen.

Das aufgenommene Foto unserer Buchvorlage - vor und nach dem Weißabgleich:

Screenshot'vorher
Screenshot nachher

Die Buttons rechts von Weiß(abgleich) sind mit VoiceOver nur mit temporärer Standardgeste erreichbar.

Siehe iPhone-Benutzerhandbuch:

… temporäre Standardgeste: Auf aktivem Element Doppeltippen und (1 Sekunde lang) halten + Standardgeste: Standardgeste verwenden. Durch das Doppeltippen und kurzzeitige Halten wird das iPhone dazu veranlasst, die nachfolgende Geste als Standardgeste zu interpretieren. Sie können zum Beispiel die Stellung eines Schalters ändern, indem Sie doppeltippen und nach kurzem Halten und ohne Abheben des Fingers Ihren Finger bewegen.

Die Taste "weiter" startet die OCR. Und jetzt zeigt Prizmo seine stärkste Seite.
Die Texterkennung ist sehr schnell, wesentlich schneller als alle oben zitierten Alternativ-Apps. Und sehr gut. Original der erkannten Seite ohne Nachbearbeitung:

DER WATZMANN Eine alte Sage erzählt, daß einst im Berchtesgadener Land ein König gewalttätig über sein Volk herrschte. Er verachtete das Gute, liebte nur die Jagd, und seine Untertanen zitterten, wenn sie den Lärm der Hörner, das Gebell der Hunde und das Stampfen der Rosse hörten. Bei Tag und Nacht brauste die wilde Jagd durch Wälder und Klüfte, verfolgte das Wild und vernichtete die Saat.
Eines Tages erschien der König mit seinem Troß auf einer Waldtrift, wo eine Herde weidete. Vor der Hütte saß die Hirtin, ihr schlafendes Kind im Arm. Neben ihr lag der Wachhtmd.
Da warfen sich des Königs Rüden auf den Hirtenhund und rissen gleichzeitig die schreckensstarre Frau zu Boden. Der König kam heran und lachte. Als der herbeigeeilte Hirt auf die jaulende Meute einschlug, hetzte der König rasend vor Wut Knechte und Hunde auf den Hirten, der wie sein Weib und sein Kind von der Meute zerissen wurde. Da erhob sich ein dumpfes Brausen, und jetzt würgten die Hunde den König und seine Familie, deren Leiber schließlich zu marmorkaitem Fels erstarrten.
Dieser Stoff wurde zu einer der bekanntesten Sagen des deutschen Sprachraumes, als Ludwig Ganghofer in seinem populär gewordenen Roman "Die Martinsldause" die erste Besiedelung der Berchtesgadener Urwälder schilderte.
Der Watzmann gehört zu den wenigen Bergen, die so unverkennbar einmalig sind, daß sie zum Symbol und Wahrzeichen eines Ortes werden. Mögen sie auch von anderen Seiten vielen anderen Gipfeln ähnlich sehen, eine Seite ist jedoch so charakteristisch und ohne Parallele, daß sie sich tief und unvergeßlich dem Beschauer einprägt. Was wäre Zermatt ohne die schlanke Pyramide des Matterhoms, Chamonix ohne die Eiskulisse der MontblancGruppe, Heiligenblut ohne die Nadelspitze des Groß loc~ 13

Wie bei allen Scan-/OCR-Apps gilt natürlich: Das Ergebnis kann nur so gut sein, wie die Aufnahme: Ausschnitt - Beleuchtung - Ausrichtung - Verwacklungsunschärfe usw. Für blinde Benutzer gilt hier wieder: den iFix Stand benutzen.

Interessantes Detail am Rande: Bei Serifen-Schriften ist die Erkennung um Klassen besser als bei Sans-Serif-Schriften.

Sobald die Texterkennung abgeschlossen ist, wird ein Bearbeiten Seite angezeigt. An dieser Stelle kann man den Text lesen / von VoiceOver vorlesen lassen, oder sofort auf "Weiter" tippen.

Die Fußleiste auf der dann folgenden Seite beinhaltet folgende Buttons:

  • Vorlesen: Die zusätzlich zu kaufenden Sprachen sind für VoiceOver Nutzer erst mal überflüssig. Es sei denn, man will die eigebaute Übersetzungsfunktion nutzen.
  • Kopieren (in die Zwischenablage)
  • Album (Original oder bearbeitets Foto im Album speichern)
  • E-Mail

Fußleisten-Buttons rechts von E-Mail sind bei aktivem VoiceOver wieder mit temporärer Standardgeste erreichbar,

  • Mobile Me
  • Dropbox - exportiert in einen voreingestellten Ordner Prizmo Exports. (aber von dort kann man es ja mit DropFiler verschieben)
  • Evernote
  • CloudApp - keine Ahnung, was das ist.

Fazit:

Eine Scan-/OCR App, die wirklich brauchbare Ergebnisse liefert, die, optimale Bedingungen vorausgesetzt, kaum noch einer Nachbearbeitung bedürfen.


Seeschlacht aka Schiffe versenken - mit dem iPhone und VoiceOver

Dienstag, 19. Juli 2011

Wer je in seinem Leben die Schulbank drückte, kennt das Spiel: "Schiffe versenken". Unter dem Namen "Seeschlacht" gibt es das Teil als iPhone App

Diesmal haben mich die Entwicker selbst gebeten, die App zu testen. Mit der Bemerkung:

Uns war es bei der Entwicklung ein großes Anliegen auch VoiceOver zu integrieren und das Spiel so zugänglich wie möglich zu gestalten.

Damit hängt die Messlatte diesmal ungewöhnlich hoch. Und, soviel vorab: sie wurde nicht gerissen.

Jetzt zum Spiel:

Die Regeln dürften bekannt sein. Ich hab' nicht einmal danach gesucht innerhalb der App. Die grafische Umsetzung ist nett, und jedenfalls schöner als das, was wir in der Schule auf ein Blatt kariertes Papier gezeichnet haben.

Screenshot

Nett auch die Soundunterstützung, die man auch ausschalten kann, z. B. für ein Spielchen im Büro,

Audio Seeschlacht

Nicht selbstverständlich, dass die Entwickler daran gedacht haben, diese Sounds automatisch zu deaktivieren, wenn VoiceOver aktiv ist. Und ja, die VoiceOver Unterstützung ist wirklich vorbildlich. Ein kurzes Audiofile:

Audio Seeschlacht 2
Seeschlacht kann man gegen den Computer spielen. Das macht Spaß. Viel mehr Spaß macht es aber, online gegen einen Menschen zu spielen. Dazu ist es nötig, dass auf dem iPhone das Game Center installiert ist. Dann kann man Freunde auf ein Spiel einladen, nachdem man sie vorher als Freund im Game Center eingerichtet hat.

Die Einladung auf ein Spielchen ist auch die einzige Schwachstelle, die ich hinsichtlich VoiceOver-Bedienung finden konnte. Bei der Auflistung der Spielpartner wird ausgerechnet der Name der Spieler von VoiceOver nicht gelesen. Zudem wird einmal der Real Name, ein ander Mal der Nickname angezeigt. Das kann irritieren. Screenshot:

Screenshot

Ein blinder Bekannter hat es dennoch irgendwie geschafft, mich einzuladen. Wie, das wollte er mir nicht verraten. Dafür hab' ich ihm seine Flotte versenkt. Anfängerglück.
Fazit:

Installieren, und ein paar Minuten zurück in die eigene Schulzeit!

Nachtrag 24.07.2011:

Kommentar eines blinden Spielers: "Keine probs. Lediglich bei aktiven VoiceOver gibt's keinen Sound des Spiels".Daraus hab' ich wieder gelernt. Meine obige Aussage "… dass die Entwickler daran gedacht haben, diese Sounds automatisch zu deaktivieren, wenn VoiceOver aktiv ist." muss ich revidieren. Auch blinde Spieler wollen nicht bevormundet werden, sondern können recht gut selbst entscheiden, was gut oder schlecht für sie ist. Also liebe Entwickler: Den Schalter zum Sound ausschalten gibt es bereits. Bitte lasst auch für blinde Spieler diesen Schalter aktiv.


Seh-Hilfe - Test der iPhone App vizwiz

Montag, 27. Juni 2011

Wie angekündigt, heute eine kurze Beschreibung von vizwiz

vizwiz versucht, mit dem iPhone fotografierte Objekte zu erkennen. Es setzt dabei auf maschinelle Bilderkennung, aber auch auf Menschen.

Vorgehensweise:

  • Objekt fotografieren
  • Frage stellen. Mündlich! Die Frage wird aufgezeichnet, und als Audio-Datei zusammen mit dem Foto verschickt.
  • Auswahl, welche Quellen befragt werden sollen. Hier stehen zur Auswahl:

Screenshotb

  • Web Workers (Menschen)
  • IQ Engines - die maschinelle Bilderkennung.
  • Email - Auswahl eines bestimmten Kontakts aus dem Adressbuch. An diese E-Mail Adresse wird ein Link zu einer Seite geschickt, die dein Foto mit der aufgezeichneten Frage zeigt.
  • Twitter - der Link (wie bei E-Mail) wird mit deinem Twitter Account gezwitschert.

Es können einzelne oder alle Quellen ausgewählt werden. Nach dem Abschicken wird ein neues Fenster geöffnet, in dem alle Antworten auf deine Frage erscheinen. Sowohl Antworten von Menschen, als auch von der Maschine.

Das Ganze funktioniert schon recht gut. Aufgefallen ist mir:

  • VizWiz funktioniert bisher nur in englischer Sprache. Nicht nur die Programmoberfläche ist in Englisch, sondern auch die Menschen, die sich hinter "Web Workers" verbergen, wollen die Fragen offensichtlich auf englisch, und antworten auf englisch.
  • Diese WebWorker sind anscheinend überwiegend in USA beheimatet. Die Zeitverschiebung könnte dazu führen, dass man zu bestimmten Zeiten (vormittags) nur wenige Menschen antrifft.
  • Die maschinelle Erkennung scheint auf der gleichen Engine zu basieren, die auch von oMoby eingesetzt wird. Identische Ergebnisse bei mehreren Tests scheinen dies zu belegen
  • Die Angaben zum Twitter Account (Username und Passwort) werden nicht gespeichert. Wenn jemand ständig Twitter bemüht, ist die wiederholte Eingabe etwas nervig.

Vizwiz ist kostenlos, und daher allemal einen Versuch wert. Unnötig zu erwähnen, dass die VoiceOver Unterstützung durchgehend funktioniert.


Noch eine GPS App - Ariadne GPS Test mit VoiceOver

Montag, 20. Juni 2011

Eigentlich wollte ich bis auf weiteres keine Navigations-Apps auf Brauchbarkeit mit VoiceOver mehr testen. Die Beschreibung von Ariadne GPS hat mich aber so neugierig gemacht, dass ich die 2.39 € investiert habe. Und mein erster Eindruck ist überaus positiv.

Weil die App vermutlich wirklich nur für blinde und sehbehinderte iPhone Nutzer Sinn macht, diesmal keine Screenshots, sondern zwei Audios.

Das erste Audio zeigt den Startbildschirm beim Öffnen der App. Bitte um Nachsicht, dass mein 3GS nur eine GPS-Genauigkeit von 65 Metern zeigte. Ich war einfach zu faul, mich vom Sofa zu erheben.

Audio

Das zweite Audio zeigt ein verblüffendes Feature: Sich Umschauen. Die Umkreiskarte - sie stammt von Google - wird zum Sprechen gebracht. Der tastende Finger kann sich auf dem Bildschirm in der Umgebung des Standorts umschauen, oder besser: umhören.

Audio 2

Nachtrag 17.02.2012

Version 2.0 veröffentlicht.

Es gibt eine Website zur App, mit vielen Details, FAQ, Podcasts usw. Sogar eine eigene Mailingliste gibt es. Adresse auf der Website.


oMoby auf dem iPhone - auch mit VoiceOver

Dienstag, 14. Juni 2011

Beliebige Objekte mit dem iPhone fotografieren, und die kostenlose App oMoby erkennt, worum es sich handelt, und liefert gleich noch Links zu passenden Online-Shops.

Hier ein Versuch:

Screenshot 1
Screenshot 2
Screenshot 3
Screenshot 4
Screenshot 5

Eine Apple Magic Mouse wird korrekt erkannt, und sogar der reduzierte Preis bei Amazon wird richtig erkannt - wenn auch US$ anstatt Euro angezeigt werden.

Weiter Versuche mit beschrifteten Artikeln - Wein, Medikamente - wurden ebenso korrekt erkannt. Bei der Blumensorte auf meinem Balkon wurde immerhin noch "Rote Blumen" ausgegeben. Wär' auch zu viel des Guten verlangt, wenn oMoby auch noch Botianikkenntnisse eingebaut hätte.

Wie und warum das so gut funktioniert? Auf der Website von oMoby wird's erklärt.

Nicht sicher bin ich mir bezüglich der Zielgruppe; blinde iPhone User dürften Probleme mit qualitativ ausreichenden Fotos haben. Es sei denn, sie bedienen sich entsprechender Hilfsmittel. Wie dem i-Fix Stand. Doch darüber später und an anderer Stelle mehr.

Die VoiceOver Unterstützung ist jedenfalls gegeben, und entsprechenden Versuchen steht nichts entgegen.


Textbearbeitung auf dem iPhone

Freitag, 10. Juni 2011

Ich fand ein Juwel. Nun gut, ein Nischen-Juwel. Denn nicht jeder verspürt das Bedürfnis, HTML Dateien auf dem iPhone zu editieren. Aber die App hat noch mehr zu bieten.

DropFiler

Das klingt erst einmal nach einem Add-on für Dropbox. Und das ist es auch. Die App erweitert Dropbox um einige wichtige Funktionen. Dateien umbenennen, kopieren und bewegen. Das kann die Dropbox App auf dem iPhone nämlich nicht. Und dieses Feature alleine war mir die 1,59 € wert.
Screenshot

Jetzt aber zum Editiermodus:

DropFiler kann zwischen Editier- und Ansichtsmodus toggeln. Und im Editiermodus lässt sich auch HTML bearbeiten.

Das sieht dann so aus:
Screenshot 2
Screenshot 3

Das alles funktioniert auch mit VoiceOver! Eine blinde iPhone Benutzerin hat mich zwar darauf aufmerksam gemacht, dass die Rotorsteuerung auf einer externen Tastatur nicht funktioniert. Aber da sind wir schon bei den absoluten Feinheiten der Accessibility angekommen.

Dafür gibt es für VoiceOver Benutzer ein Zuckerl: Die App kann Fotos in die Dropbox hochladen. VoiceOver Benutzer werden verstehen, was ich damit sagen will.


readability for iPhone - oder, was wäre, wenn das Web wieder einfach lesbar wäre?

Freitag, 22. April 2011

Der Safari-Browser des iPhone kann auch unübersichtliche Webseiten einigermaßen leserlich darstellen. Mit ein wenig Übung kann man sich den Ausschnitt, der gerade interessiert, zurechtzoomen und -scrollen.
Aber es geht auch komfortabler. readability, ein kostenloser Webdienst, macht's möglich. Dazu muss im Safari auf dem iPhone ein Bookmarklet installiert werden. Wer das noch nie gemacht hat, könnte vor dem etwas komplizierten Prozedere zurückschrecken. Ich kann nur empfehlen: Machen! Das Ergebnis lohnt die kleine Mühe.

Lohnt es wirklich?
Ich zeige mal zwei Screenshots: Vorher - nachher. Dabei habe ich noch nicht einmal einen klasssichen Anwendungsfall ausgewählt. Das wäre ein Newsportal mit x Bannern, Vorschaubildern, usw. usf., und irgendwo versteckt ein interessanter Artikel. Das von mir gewählte Beispiel soll zeigen, dass readability selbst auf übersichtlichen, klar strukturierten Seiten noch eine Verbesserung der Lesbarkeit erbringt.

Screenshot 1

Screenshot 2


Für VoiceOver Nutzer mag der Unterschied bei dem von mir gewählten Beispiel noch weniger überzeugen. Wie gesagt: es gibt bessere Anwendungsfälle. Dennoch hier 2 Audios (vorher - nachher). Hinweis zu den Audios: Der eigentliche Inhalt beginnt mit "Die Computerbedienung mit Hilfe von Tastaturkürzeln".

Audio 1

Audio 2

Wer bis hier gefolgt ist, und es jetzt selbst probieren will:

Die Anleitung

readability ist in der Vollversion kostenpflichtig (5 Euro pro Monat); Aber für unsere Zwecke genügt das kostenlose Bookmarklet vollkommen.

Die Installation des Bookmarklet.

Da ich lange Zeit mit der Beschreibung nicht zurecht kam, im folgenden der Versuch, diese Installation (für das iPhone) einfacher zu beschreiben:

  1. Auf dem iPhone die Seite https://www.readability.com/bookmarklets/ aufrufen, und den Inhalt des ersten Textfeldes (read now) in die Zwischenablage kopieren. (In das Textfeld tippen > tippen und halten > Alles (auswählen) > Kopieren). Mit VoiceOver: Rotorsteuerung: Formularsteuerung > ins erste Formular "Read Now" > Tippen zum Vorlesen des Feldinhalts > Doppeltippen > Alles (auswählen) > Kopieren
  2. In der Fußzeile das mittlere Icon antippen, der nach rechts oben weisende Pfeil. (VioceOver: Dienstprogramme). Das öffnet eine Auswahl mit verschiedenen Optionen, u. a. als erste Option "Lesezeichen".
  3. "Lesezeichen" antippen
  4. Im nächsten Schritt kann die Bezeichnung des Lesezeichens (default: Bookmarklets | Readability) nach eigenen Wünschen geändert werden, und der Speicherort des Lesezeichens gewählt werden.
  5. Nach dem Speichern des Lesezeichens im vorherigen Schritt jetzt Lesezeichen aufrufen (Fußleiste), und "Bearbeiten" wählen (links unten)
  6. Das für readability im vorletzten Schritt gespeicherte Lesezeichen auswählen, den Inhalt (Zeile 2)löschen, und den Inhalt der Zwischenablage, den wir im ersten Schritt erzeugt haben, statt dessen einfügen.
  7. Fertig

Verwendung

Wenn wir jetzt im Safari eine Seite vorfinden, die wir mittels readability lesbar machen wollen, dann einfach unser Bookmarklet aus den Lesezeichen aufrufen.

Alternative Installationsmöglichkeit:

Ich habe mir das Bookmarklet auf dem PC gesetzt. Weil ich ohnehin alle Lesezeichen auch mit dem iPhone synchronisiere, steht mir das Bookmarklet ohne weitere Installation auch auf dem iPhone zur Verfügung.


Das iPhone als Stereo-Aufnahmegerät

Sonntag, 17. April 2011

Aus dem iPhone lässt sich, mit entsprechender Aufrüstung - wie immer - mehr herausholen als die quäkenden Aufnahmen der Sprachmemo-App.

Vorab:

  1. Um schnell mal eine eine Audio-Notiz aufzunehmen, tut es die iPhone-Standard-App Sprachmemos.
  2. Stereo-Aufnahmen erfordern in jedem Fall ein externes Stereo-Mikrofon. Das eingebaute Mikro kann kein Stereo, Headset Mikros ebenfalls nicht.
  3. Der Artikel beschreibt die Vorgehensweise für das iPhone 3 GS. Beim iPhone 4 hat sich die Belegung des Dock-Connectors geändert. Die vorgestellte App und die Mikros arbeiten möglicherweise nicht mehr mit dem iPhone 4.

Externe Mikros gibt es beispielsweise von Blue Microphones Mikey 2.0 oder von Belkin. Das Mikey findet man bei amazon ab ca. Euro 66. Das Mikro muss auf jeden Fall am Dock-Connector des iPhone angeschlossen werden. Die 3.5 mm Klinkenbuchse unterstützt kein Stereo-Signal.

Die App dazu: Blue FiRe (kostenlos). Mich hat die App dermaßen begeistert, dass ich kurz entschlossen Euro 4,99 für die Vollversion FiRe - Field Recorder investiert habe (Upgrade-Link in der kostenlosen App).

Fire

(Screenshot)

Die Kombination Stereo-Mikro / FiRe-App ermöglicht u. A.:

  • Ordentliche Aussteuerung, auch während der Aufnahme, bis zu +24 dB!
  • Play-through (Mithören mit dem Headset)
  • Datei-Export per FTP oder an den Browser per HTTP in vielen Formaten, z. B. wav, AAC oder Ogg Vorbis
  • … und viele andere Einstellungsmöglichkeiten.

Alle Möglichkeiten zu schildern, die FiRe bietet, würde hier den Rahmen bei weitem sprengen. Es lohnt sich - und es ist notwendig -, diese Möglichkeiten in Ruhe zu erforschen und zu testen. Nur noch so viel: Die App ist grundsätzlich mit VoiceOver bedienbar: Headset an die Klinkenbuchse, Mikro am Dock-connector. Damit ist sichergestellt, dass VoiceOver Ansagen nicht aufgenommen werden.


Der barrierefreie Apfel

Montag, 11. April 2011

Apple ist ein geschlossenes Universum. Das hat natürlich Nachteile im Vergleich zum Beispiel mit der offenen Unix-Welt. Aber auch Vorteile. Apps für iPhone & Co. müssen eine rigide Qualitätssicherung in Cupertino durchlaufen, bevor sie via App Store auf die tragbaren Äpfel installiert werden. An dieser Qualitätssicherung führt kein Weg vorbei. Es gibt also, wie bei kaum einem anderen System, eine zentrale Stellle, welche die Qualitätskriterien festlegt und kontrolliert.

Das hat mich auf eine verwegene Idee gebracht. Diese zentrale Stelle könnte doch auch für mehr Barrierefreiheit sorgen. Apple ist ja dem Thema Barrierefreiheit gegenüber grundsätzlich extrem aufgeschlossen. Wie sonst käme es, dass Apple mit jedem System einen Screen Reader (VoiceOver) kostenlos mitliefert.

Meine Idee: Anlässlich der Qualitätskontrolle wird jede App auch auf Barrierefreiheit, also auf die Verwendbarkeit mit VoiceOver getestet.

Ich höre lauten Widerspruch: Wieso muss denn jede App auch von blinden Nutzern bedienbar sein? Es gibt doch auch …

Klar. Und kein Problem. Mit VoiceOver nicht bedienbare Apps müssen ja nicht endgültig abgewiesen werden. Aber eine Rückmeldung an den Entwickler, dass eine eingereichte App an dieser oder jener Stelle mit VoiceOver nicht bedienbar ist, verbunden mit der Frage, ob die App dennoch bewusst barrierebehaftet veröffentlicht werden soll, hätte sicher einen erzieherischen Effekt.

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen: So wie bestimmte Apps vor der Installation einen Hinweis auf ein Mindestalter zeigen, könnte man einen Hinweis auf mangelhafte Benutzbarkeit mit VoiceOver anzeigen.

All dies würde nicht die (Apfel-) Welt kosten, und könnte einen großen Schritt vorwärts für viele Apfel-Fans bewirken, die auf VoiceOver-Unterstützung angewiesen sind, also die vielen blinden iPhone User.


Test TVSpielfilm iPhone App mit VoiceOver

Mittwoch, 2. Februar 2011

Dass auch blinde Menschen fernsehen, sollte sich inzwischen herum gesprochen haben. Und auch blinde Menschen entscheiden gerne vorab, was sie sich "anschauen" wollen. Dazu dient in der Regel eine Programmzeitschrift. Im iPhone Zeitalter natürlich in Form einer iPhone App. Die ist für blinde Menschen ohnehin besser lesbar als die gedruckte Ausgabe. Falls sie, die App, mit VoiceOver bedienbar ist. Und dies trifft auf die App von TVSpielfilm zu. Zumindest weitgehend. Von einigen Nachlässigkeiten der Programmierer abgesehen, die ich im folgenden aufzeige.

Screenshot Startseite TVSpielfilm
Der Startbildschirm zeigt eine Liste mit den aktuell laufenden Sendungen, darüber die 4 Buttons: Jetzt - 20.15 - 22.00 - andere Zeit. Jetzt ist als aktiv gekennzeichnet.

Die Funktion dieser Buttons ist selbsterklärend. Nicht jedoch für VoiceOver Nutzer. Die bekommen etwas wie "Auswahl Segment tcr xx passive" vorgelesen. So hört sich das an:

Audio

Falls ein VoiceOver Nutzer doch herausgefunden hat, wozu die 4 Buttons dienen, und mittels Auswahlbutton 4 eine andere Zeit auswählen will, wird es wieder spannend. Es öffnet sich ein Auswahlmenü - bei VoiceOver heißt das Einblendmenü - mit drei Spalten: Tag - Uhrzeit - Sender. Screenshot:

Screenshot Auswahlmenü TVSpielfilm
Das Auswahlmenü mit den drei Spalten: Tag - Uhrzeit - Sender.

Die einzelnen Spalten sind zwar nicht beschriftet, aber VoiceOver liest den jeweils ausgewählten Wert vor. Damit kann man sich gut orientieren. Erst in der letzten Spalte, der Senderauswahl, wird es für VoiceOver Nutzer wieder abenteuerlich. Die grafischen Sendersymbole sind hübsch anzusehen, aber so anzuhören:

Audio2

Irgendwann hört man sogar "ARD" und "ZDF". Na ja, Benutzer von Screen Readern sind an so etwas ja gewöhnt. Hübsch wäre allerdings, wenn die Entwickler diesen Schönheitsfehler ausbessern würden. Das kann nicht schwer sein. Bitte, liebe Entwickler, einmal VoiceOver anwerfen, und dann hier nachlesen: fur-iphone-app-entwickler-learn-how-to-make und hier: Wiki sowie hier: http://mattgemmell.com

Nachtrag:

Ich habe die Entwickler angeschrieben. Leider, wie so häufig, ohne Reaktion. Daher der Versuch, hinter den Entwicklern "aufzuräumen":

Die 4 Buttons am Seitenanfang verbergen, von links nach rechts, folgende Funktionen:

Jetzt - 20:15 Uhr - 22:00 Uhr - Andere Zeit
Hinweis: Voice Over Nutzer können Buttons selbst beschriften. Das soll allerdings keine Ausrede für die Schlamperei von Entwicklern sein.

Das Auswahlmenü versteckt (hinter schlecht beschrifteten Grafiken) in der rechten (dritten) Spalte in der Voreinstellung der Reihe nach folgende Sender:

Alle
ARD
ZDF
RTL
Sat 1
Sieben
RTL 2
VOX
3sat
arte

Nachtrag 2:

Eine Antwort von TV Spielfilm:

Sehr geehrter Herr Weisshart,

Vielen Dank für Ihren Hinweis auf die Voiceover-Erweiterungsmöglicheiten von iPhone-Apps.

Ich gehe davon aus, dass unsere App-Entwickler die Voiceover-Eigenschaften gar nicht berücksichtigt haben, sondern einfach die Werte der Parameter bzw. Funktionselemente automatisch ins jeweilige Voiceover-Label einfließen und oft entspricht dies einem menschlich interpretierbaren Wert, manchmal eben auch nicht.

Ich werde Ihren Vorschlag den Projektverantwortlichen weitergeben und die Kollegen werden dann einschätzen, ob Sie diese Funktionalität demnächst einbinden können.

Schöne Grüße,

Jürgen Stein

Sitemanager TV SPIELFILM Verlag GmbH Christoph-Probst-Weg 1 20251 Hamburg

Jetzt hoffen, dass dies nicht wieder nur, wie so oft, ein Beschwichtigungsschreiben bleibt.

Nachtrag 02.08.2011:

Auf erneute Nachfrage, nachdem zwischenzeitlich ein Update der App erschienen ist - ohne Verbesserung der angesprochenen Barrierer, heute folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Weisshart,
Nach meinen Informationen ist Barrierefreiheit kein Bestandteil des Konzepts für die nächsten Entwicklungsschritte der App.
Schöne Grüße, Jürgen Stein
Sitemanager TV Spielfilm Online, TV Today Online

Ohne Worte.


Test qando iPhone App mit VoiceOver

Montag, 8. November 2010

Wiener Linien / Verkehrsverbund Ost-Region VOR bieten eine ganz pfiffige App für das iPhone namens qando. Wer, wie ich, nach kurzer Zeit von der Qualität des öffentlichen Nahverkehrs in Wien überzeugt ist, findet die qando-App auch schnell nützlich.

Die Kernfunktion der App ist die Suche nach Verbindungen. Startpunkt und Endpunkt sowie Abfahrtszeit eingeben oder auswählen, "Formular" abschicken, und eine übersichtliche Liste mit Verbindungen steht bereit. Alles auch mit VoiceOver bedienbar - und VoiceOver Nutzern käme diese App sicher manchmal gelegen.

Screenshot 1
Der Eingabebildschirm mit dem Absendebutton
Screenshot 2
Verbindungsanzeige nach dem Absenden (Fahrplan anfordern) (1)
Screenshot 3
Verbindungsanzeige nach dem Absenden (Fahrplan anfordern) (2)

Alles bedienbar? Fast! Nur ein kleines Dorf im Norden Galliens … nein; das war eine andere Geschichte. Hier handelt es sich "nur" um den Absendebutton. Der sieht zwar gut aus, und ist sogar sinnfällig mit "Fahrplan anfordern" beschriftet. Aber für VoiceOver gänzlich unsichtbar. Und damit ist alles, was sich nach der Fahrplananforderung auftut, unerreichbar.

Audio (Der Button Fahrplan anfordern steht nach dem Feld "Abfahrt"):

Audio des Eingabebildschirms

Was nur haben sich die Entwickler dabei gedacht?

Sollten sie sich tatsächlich nichts dabei gedacht haben, dann empfehle ich dringend folgende Lektüre:

iOS Accessibility sowie Making Your iPhone App Accessible

Nachtrag 12.11.2010

Hinweis an Wiener Linien geschickt:

Feedback:

qando ist für blinde und sehbehinderte iPhone User nicht nutzbar. Wegen eines einzigen Details.
Siehe: dieser Artikel

Verbesserungsvorschläge:
Den Button "Fahrplan anfordern" für VoiceOver "sichtbar machen".
Wie man das macht steht hier: http://is.gd/gQxBq und hier: http://is.gd/gQxyS

DANKE

Nachtrag 14.11.2010

Die Antwort von qando ist da:

Lieber Herr Weisshart,

vielen Dank für Ihr Feedback! Wir haben den Punkt zur Nutzung für blinde und sehbehinderte Personen an unsere Entwickler weitergeleitet. Uns ist es ein großes Anliegen mit qando ein hilfreiches und praktisches Service zur Verfügung zu stellen und danken Ihnen für Ihren Vorschlag zur Optimierung!

Liebe Grüsse,
Ihr qando Team

3 Monate später

Heute, 11.02.2011 gab es ein Update der App. Gleich mal schau'n, ob die Leute von quando es ernst meinen mit der Aussage "ist es ein großes Anliegen…"

Wie fast zu erwarten war: Leider nur heiße Luft. Ob es Sinn macht, per E-Mail nachzuhaken?

Nachtrag:

Ich hab's getan. Ich hab' qando noch einmal angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute gab es ja ein Update der qando App für's iPhone.

Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass Sie meine 3 Monate alte Anregung, die App auch für blinde Menschen zugänglich zu machen, leider nicht aufgegriffen haben. Dabei wäre das wirklich nur eine Kleinigkeit.

Kann ich mit weiteren Informationen behilflich sein?

mit freundlichen Grüßen

Fritz Weisshart

Ob jetzt wieder nur so eine Textbaustein-Bla-Bla-Antwort kommt? Oder gar keine?

Nachtrag 15.02.2011

Die Antwort von qando:

Lieber Herr Weisshart,

Danke für Ihre neuerliche Email und das Angebot, behilflich zu sein.
Wir haben die Angelegenheit nicht aus den Augen verloren, doch müssen neue Ideen und Anregungen vor Ihrer Umsetzung überprüft und besprochen werden. Dadurch entsteht eine gewisse Vorlaufzeit.

Wir werden Sie aber informieren, sobald wir Ihnen genaueres zur Nutzung von qando für blinde und sehbehinderte Menschen sagen können.

Liebe Grüsse,
Ihr qando Team

Der Leser möge sich ein eigenes Urteil über den Wert dieser Antwort machen.

Nachtrag 01.04.2011

Auch das gestrige Update ändert leider nichts an dem beanstandeten Fehler. Mir drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass qando nicht wirklich an Feedback interessiert ist. Und auch nicht an Barrierefreiheit.
Nachtrag 28.04.2011

Gute Nachricht: qando hat geantwortet:

Sehr geehrter Herr Weisshart, Für das nächste Update von qando wird die durchgehende Sprachausgabe explizit überprüft.

Nachtrag 05.06.2011

Versprechen gehalten. In der aktuellen Version 3.0 ist die unüberwindbare Barriere der Vorgängerversionen behoben, der mit VoiceOver nicht bedienbare Button zum Anfordern des Fahrplans.

Die Version stellt ein umfassendes Redesign der App dar, mit vielen nützlichen Features. Leider ist beim Design der neuen Features die Barrierefreiheit wieder zu kurz gekommen.

Die Suche nach Start und Ziel ist - vorsichtig ausgedrück - gewöhnungsbedürftig. So findet z. B. die Eingabe von "schö" nicht wie erhofft Schloß Schönbrunn, sondern nur Schwedenplatz.

Menschen mit etwas Ortskenntnis können aber ganz elegant auch den Streckenplan aufrufen, und dort die gewünschte Station durch Antippen als Start oder Ziel übernehmen.

Diese Methode ist von blinden Menschen naturgemäß nicht nutzbar. Sehr gut nutzbar hingegen ist die Alternative Linienliste. Dort werden für jede Linie die einzelnen Stationen aufgelistet, und wieder durch Antippen als Start oder Ziel übernommen. Für ortskundige Benutzer eine sehr effektive Methode.

Leider ist diese Option für VoiceOver Nutzer ebenso unzugänglich, wie ehedem der Button zum Abrufen des Fahrplans. Der halbtransparente Layer zur Auswahl zwischen Streckenplan und Linienliste wird von VoiceOver nicht gelesen, ja, er kann gar nicht aufgerufen werden.

Screenshot 4
Der transparente Layer zur Auswahl zwischen Linien und Netzplan. VoiceOver "sieht" diesen Layer, und die Buttons zur Auswahl nicht.

Schade.

Die Agentur hat zugesagt, diesen Mangel mit dem nächsten Update zu beheben. Effektiver wäre es sicherlich, die Barrierefreiheit neuer Features bereits früher im Entwicklungsprozess zu berücksichtigen und zu testen.

Es gibt eine Reihe weiterer Schwachstellen, die hauptsächlich im Bereich Usability, und nicht Barrierefreiheit/Accessibility angesiedelt sind. Also Schwachstellen, die alle Benutzer betreffen. Die Details im einzelnen aufzuführen, würde den Rahmen dieser Artikelserie sprengen. Eine ausführlichere Auflistung wurde jedoch von meiner "Mitstreiterin" Eva Papst an die Entwickler der App überreicht.

An dieser Stelle habe ich beschlossen, die weitere Entwicklung nicht mehr zu beobachten/dokumentieren. (Es wurde mir einfach zu dumm.)


SayText - eine kostenlose iPhone App, mit der blinde Anwender sich Gedrucktes vorlesen lassen können.

Dienstag, 29. Juni 2010

www.docscannerapp.com/saytext/

Dass so etwas kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist schon mal gut. Aber jetzt gleich zu einem ersten Test.

Die Aufgabe: ein Behördenschreiben, also relativ sauberes gedrucktes Schriftbild.

Der Ablauf:

  1. VoiceOver aktivieren.
  2. SayText aufrufen.
  3. iPhone auf die Vorlage legen.
  4. SayText starten.
  5. Das iPhone langsam nach oben bewegen, dabei darauf achten, dass das iPhone nicht verdreht oder verkantet wird
  6. Sobald die App erkennt, dass das ganze Blatt erfasst wird, ertönt ein Piepton. Dann iPhone ruhig halten. Die Auslösung erfolgt automatisch, sobald die Kamera fokussiert hat. (alternativ wäre auch manuelles Auslösen möglich. Für einen blinden Benutzer macht das aber wohl weniger Sinn.)
  7. Ab jetzt läuft alles automatisch: Scanning - Detect orientation - OCR. Leider wird der Fortschritt nicht automatisch angesagt, sondern muss mit VoiceOver Gesten abgefragt werden.
  8. Sobald das OCR abgeschlossen ist, kann der erkannte Text mit VoiceOver gelesen werden.

Das Ergebnis liest sich ungefähr so:

Sceenshot
Sceenshot
Sceenshot
Sceenshot
Sceenshot
Sceenshot

Der Steuerfreibetrag wtrd grundsämich
pdna Jahr md fßrda gesamte Laufzeit
der Rente benickslchtigt Für jeden
neuen Rentnerjnhrgeng ab 2000 erhöht
sich der Besteuerungsanteil um zwei
Prozentpunkte und pden eecerr
Reritnerfahrgang ab 2021 um einen
Prozentpunkf, Der sich so ergebende
Steuerfreibetrag sinkt demnach jeden
necen
_ Rentnenahrgang schrittweise eb. Bel
den Rentnerjnhrgängen ab dem Jahr
2040 werden dann 100 der Rente aus
gesetzlichen Rentenversicherung

Ob dies genügt, um ein Behördenschreiben zu interpretieren, möchte ich nicht beurteilen.

Als stark verbesserungswürdig halte ich auch die benötigte Zeit. Im Beispiel dauerte der Vorgang sage und schreibe 4 Minuten.

Wie gesagt: Die App ist kostenlos.

Nachtrag: Der Test wurde mit einem iPhone 3GS durchgeführt. Vermutlich fallen die Ergebnisse mit einem iPhone 4 besser aus: Bessere Kameraauflösung, Blitzunterstützung, höhere Prozessorleistung.

Nachtrag 08.07.: Die heute erschienene Version 1.1 scheint etwas schneller zu arbeiten. Von 4 auf ca. 2 1/2 Minuten für die gleiche Vorlage. Immerhin. Der Chef der Entwicklerfirma verspricht in einem Demo-Video eine Beschleunigung um 75%. Es bleibt das Problem der miserablen Erkennungsrate; zumindest auf dem 3GS.


Archiv:

Kategorien:

Creative Commons Lizenzvertrag
Alle Texte (nicht Bilder!) Creative Commons CC BY-NC-SA 3.0 DE