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Sprachwechsel oder nicht? die Dritte

Sonntag, 4. Juli 2010

Sprachwechsel innerhalb eines HTML-Dokuments sollen/müssen entsprechend ausgezeichnet werden. Unter anderem, damit die jeweiligen Passagen von Screen Readern richtig vorgelesen werden.
Zu diesem Thema habe ich mich hier im Blog bereits mehrmals geäussert:
/blog/2009/09/26/sprachwechsel-fur-screen-reader-auszeichnen/
und
/blog/2010/04/10/sprachauszeichnung-oder-nicht-sprachauszeichnung/
Mein Fazit: Zurückhaltung beim Auszeichnen von Sprachwechseln ist angesagt. Auch der Blind-Text Blog vertritt im Wesentlichen meine Haltung.

Eine zufällige Erfahrung bestärkt mich in meiner Haltung: Ich hatte den Screen Reader NVDA mit der deutschen Stimme von Steffi aktiviert, und besuchte die englischsprachige Seite angularjs.org. Das hört sich dann folgendermaßen an:

Audio Download des Hörbeispiels (mp3 - 306 kB)

Erstaunlicherweise ist der Text relativ gut verständlich, obwohl, wie gesagt, der Screen Reader auf Deutsch eingestellt war. Zu verdanken ist dies dem Hersteller des Screen Readers bzw. dem Hersteller der synthetischen Sprache, der viele gebräuchliche englische Begriffe in ein entsprechendes Wörterbuch aufgenommen hat.

Was will ich damit zeigen? Nein, ich plädiere nicht für falsche/fehlende Sprachauszeichnung für das ganze Dokument. Ich will nur zeigen, dass auch längere Passagen in Englisch ohne eine "richtige" Sprachauszeichnung relativ gut verständlich sind. Möglicherweise, abhängig vom verwendeten System aus Screen Reader und Sprachdatei, sogar besser als mit ausgezeichnetem Sprachwechsel.



2 Kommentare

  1. Selbst auf die gEfahr hin, dass ich allein auf weiter Flur bin, erlaube ich mir den Luxus einer anderen Meinung: Es mag ja sein, dass 90 % aller Leute dieses Kauderwelsch verstehen können. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu - zumindest nicht in der Geschwindigkeit, in der ich meine Sprache im Büro eingestellt habe.

    Währen dich mir zu hause den Luxus leiste, die sprachgeschwindigkeit meinem momentanen Bedürfnis und der Komplexität des tExtes anzupassen, nehme ich mir im Büro diese Zeit nicht. Da muss es schnell gehen und auch noch bei eventuellem Umwelt-Geräuschpegel verständlich sein.

    Ich bin selbst sparsam mit Sprachauszeichnungen - vor allem des Bugs wegen, der eine kurze Verzögerung beim Umschalten bewirkt Auch bin ich der Ansicht, dass Sprachauszeichnungen innerhalb eines Textes zweit-, wenn nicht sogar drittrangig sind. Eine halbwegs korrekte wiedergabe des Textes mag ja nice to have und somit Level AAA sein. ABer für mich erhöht sie jedenfalls die darüber hinaus Verständlichkeit eines Textes. Wenn ich nämlich täglich mehrere stunden vom Synthesizer mit kryptischen Wortkonstruktionen vollgelabert werde, beleidigt das Kauderwelchs nicht nur mein ästhetisches sprachempfinden, sondern fordert mir auch zu viel Konzentration ab, die ich eigentlich für Wichtigeres benötige.

    Aber vielleicht bin ich ja einfach nur pensionsreif.

    Kommentar von Eva — Montag, 5. Juli 2010 - 8:22 Uhr

  2. Weil auf vielen (den meisten?) Webseiten keine Sprachauszeichnung erfolgt, rüsten Hersteller von Screen Readern ihre Programme nach. In der Folge wird die Sprachauszeichnung noch unnötiger…. usw.usf.

    Ein Vergleich:
    Weil sich viele( die meisten?) Webagenturen und HTML-Autoren zum Ende des letzten Jahrtausends nicht an die Webstandards hielten, versuchten die Browserhersteller die schlimmsten Fehler "auszubügeln", indem sie ihre Web Browser äußerst fehlertolerant machten. Das führte dazu, dass man sich noch weniger an die Regeln hielt…

    Warum in aller Welt sind aber Webstandards dann seit den 2000ender Jahren so in aller Munde?

    Diesem immer wieder in die Diskussion gebrachten "Henne-Ei"-Prinzip kann ich nichts abgewinnen. Auch nicht der Tatsache, dass es natürlich immer besser möglich wird, Fehler oder Fehlendes clientseitig zu berichtigen oder hinzuzufügen. Dem technischen Fortschritt sei dank.

    Ein screen reader, der nicht einen riesigen Sack von vorgefertigten Ersetzungen mit sich herumschleppen muß, um nicht ausgezeichnete fremdsprachige Begriffe zu erkennen, wird vermutlich etwas schlanker und ressourcenschonender daherkommen.

    Ein Beispiel aus der Praxis:
    In meinem Bekanntenkreis gab es jemanden, der auf Grund fehlender Englischkenntnisse eine sehr eigene Vorstellung von englischen Begriffen und deren Aussprache hatte. So dauerte es damals eine Weile bis ich realisierte, was er mit "laju" meinte.

    Na? Ahnen sie es? - Er meinte das Layout!

    Nun hat das eine mit dem anderen wenig zu tun. Eine korrekte "Ansage" ist aber in jedem Fall die bessere Wahl.

    Begriffe, die in (deutscher) Schreibweise deutlich von der (englischen) Aussprache abweichen, sollten ausgezeichnet werden. Das "Internet" fällt daher nicht darunter.

    Und "Engagement" zeichnet man besser in französisch aus, als in englisch. Letzters wäre zwar auch korrekt ;-), aber weniger verständlich.

    Vergessen wir auch nie:

    Das gesprochene Wort - egal von wem oder wodurch - ist eine flüchtige Information. Einen nicht verstandenen Satz kann man nochmals nachlesen, ein nicht verstandenes gesprochenes Wort aber kann man nicht "nachhören".

    Kommentar von Peter — Mittwoch, 8. Dezember 2010 - 12:29 Uhr

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