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Webdesign nach Maß von webdesign weisshart

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Reiseplanung für blinde Weltenbummler

Sonntag, 28. März 2010

Wenn einer eine Reise tut … dann sollte er sich tunlichst vorbereiten. Im Falle einer Urlaubsreise, auch wenn sie mit einer Reisegruppe erfolgt, gehört dazu unter anderem das Studium der Reiseroute. Google bietet hierfür mit Google Maps ein Werkzeug, um eine Route mit beliebig vielen Stationen auf einer Karte einzuzeichnen.

Ausdruck einer Reiseroute aus Google Maps
Die Google Karte zeigt Schottland und einen Teil von Nordirland. Die einzelnen, in Google Routenplanung manuell eingegebenen Stationen, sind mit Buchstaben von A bis J gekennzeichnet, die Route selbst, also der Straßenverlauf, ist als blaue Linie eingezeichnet.

Bis hierher ist das nichts Besonderes, und kaum der Rede wert.
Wenn aber blinde Menschen verreisen - oh ja, sie tun das, wie man hier nachlesen kann - dann erfordert die Reise Vorbereitungen besonderer Art. Nicht zu sehen bedeutet ja keineswegs, kein Interesse an der Geographie des Urlaubsziels zu haben.
Mir war also die Aufgabe gestellt, die von Google Maps ausgegebene Reiseroute "erfühlbar" zu machen. Moderne Technik macht's möglich. Ein spezieller Drucker kann neben normaler Grafik zusätzlich ein erhabenes, tastbares Relief der Grafik "drucken". Zusätzlich heißt, die sichtbare und die tastbare Grafik überlagern sich; sehende und tastende Betrachter können ein und denselben Ausdruck benutzen, und sich z. B. über Details austauschen.
Das klingt großartig, und ist es auch. Wie anders als mittels einer Grafik sollte man den zerklüfteten Umriss von Schottland erklären, und die Lage einer Reiseroute und der einzelnen Stationen beschreiben.
Gut, bei sehr detailreichen und/oder kontrastschwachen Grafiken - beides trifft auf Google Maps zu - ist einiges an manueller Vorbereitung nötig. Die Fingerkuppen von geschulten blinden Menschen sind zwar unvorstellbar sensibel, aber an die Auflösung des Gesichtssinns kann der Tastsinn nicht heranreichen. Weniger wichtige Details müssen also manuell entfernt, wesentliche Konturen, wie die Küstenlinie oder die Reiseroute hervorgehoben werden.
Das folgende Bild zeigt die für den Reliefdruck bearbeitete Grafik, und vermittelt einen Eindruck, wie die Prägung "aussehen" wird.

Bildschirmkopie der für die Reliefprägung vorbereiteten Seite
Die gleiche Karte. Diesmal sind alle Farben, die im Original die Topografie repräsentieren, durch ein feines Raster in Grautönen ersetzt. Die Umrisse der Kontinente sind in einem dunkleren Blau gerastert, die Reiseroute in dunklerem Grau, und deutlich breiter als im Original. Die Buchstaben der einzelnen Reisestationen sind in Braille-Schrift konvertiert.

Bei der Vorbereitung für den Prägedruck hilft natürlich eine spezielle Software.

Nochmals zur Klarstellung: die beiden Versionen der Grafik, farbiges Bild und tastbare Prägung, werden auf einem Blatt deckungsgleich übereinander gedruckt.

Als letzter Schritt noch die wichtigsten Stationen der Reise mit Braille-Schrift markieren. Anders als auf normalen Landkarten kann die Braille-Beschriftung jedoch nicht einfach "über" das Bild gelegt werden, weil die tastenden Finger einen "ruhigen" Hintergrund brauchen. Um Platz zu sparen, werden für die Beschriftung daher möglichst nur einzelne Buchstaben oder Ziffern verwendet, und eine separate Legende bereitgestellt:

A: Hull
B: York
C: Carlisle
D: Glasgow
E: Loch Lomond
F: Oban
G: Isle of Mull
H: Aviemore
I: Edinburgh
J: Newcastle upon Tyne

Gute Reise!

Nachtrag 3. Mai 2010 - ein Belegexemplar

Eva, die sich in einem Kommentar als "Nutznießerin" outete, hat mir netterweise ein "Belegexemplar" zukommen lassen; mit dem genannten Spezialdrucker erzeugt, also sichtbare und tastbare Grafik überlagert.Und mit etwas Phantasie kann man auch Evas Begeisterung nachempfinden.

der Original-Ausdruck
Ein Ausdruck der fertigen, tastbaren Grafik. Im Gegenlicht aufgenommen, kann man auf dem Foto die Prägung in Form von einzelnen Punkten gut erkennen. Die Original-Karte in Original-Farben ist deckungsgleich zur Prägung zu sehen.

Braille als Grafik für die Homepage

Donnerstag, 25. März 2010

Eine kurze Anleitung, wie man eine Grafik mit Braille Schrift erzeugen kann, z. B. zur Illustration auf der eigenen Homepage. Die nötigen Schritte sollten selbst blinde Webmaster durchführen können, da alle verwendeten Werkzeuge und Arbeitsschritte auch ohne Sicht auf den Bildschirm funktionieren.

  1. Die Braille-True-Type-Schrift für Windows von der Website www.fakoo.de herunterladen und auf dem Rechner installieren.
  2. In Winword ein neues Dokument erstellen, den gewünschten Text schreiben, und in der soeben installierten Schriftart Braille_deutsch formatieren. Die Schriftgröße 24 erzeugt (im nächsten Schritt) eine Grafik von 33px Höhe. Das ist angenehm lesbar.
  3. Im Winword Dokument alles markieren (Strg+A) und in die Zwischenablage kopieren (Strg+C)
  4. Das Grafikprogramm IrfanView öffnen. Sie haben IrfanView, das Programm, mit dem selbst blinde PC-Nutzer einige Arbeiten an Grafiken ausführen können, doch sicher installiert.
  5. Mit Strg+V den Inhalt der Zwischenablage in IrfanView einfügen.
  6. IrfanView zeigt jetzt die Größe der Grafik in Pixeln an (und selbstverständlich die Grafik selbst). Falls die Breite zur Verwendung auf einer Webseite zu groß ist: zurück nach Schritt 2, und einen oder mehrere Zeilenumbrüche einfügen, und erneut via Zwischenablage nach IrfanView kopieren.
  7. Die erzeugte Grafik sollte, abhängig von der Voreinstellung von Winword, schwarze Punkte auf weissem Grund zeigen. Auf Webseiten mit dunklem Hintergrund könnte man jetzt in IrfanView mit dem Befehl "Image - Negative" eine Farbumkehr erzeugen. Alternativ könnte man natürlich auch gleich in Winword die gewünschten Schrift- und Hintergrundfarben einstellen.
  8. Grafik abspeichern. Als Format bietet sich .gif an. Alternativ .png.
  9. Fertig. Grafik auf die Webseite stellen.

Google macht jede Website mobil

Dienstag, 23. März 2010

Der Zugriff auf das Internet mit mobilen Geräten wird immer selbstverständlicher. Aber leider ist die Mehrzahl der Seiten für die Anzeige auf Handys und Handhelds nicht optimiert, um nicht zu sagen ungeeignet. Das Design ist in der Regel für die Minidisplays von mobilen Geräten ungeeignet, und die üppigen Dateigrößen heutiger Webseiten machen mobiles Surfen nicht gerade zu einer flotten Angelegenheit, von den Kosten ganz zu schweigen.
Google hat ein Mittel gegen beides. Zumindest, wenn man mit dem iPhone unterwegs ist. Für andere Geräte konnte ich das bisher leider nicht nachvollziehen.
Wie sieht das aus?
Eine Google-Suche mit dem Safari-Browser des iPhones zeigt neben der URL der Treffer ein kleines Dropdown-Menü namens Optionen, mit den 3 Optionen: Im Cache - Ähnlich - Für Mobilgeräte.

Screenshot der Google-Ergebnisse auf dem iPhone

Bei der Auswahl "Für Mobilgeräte" wird eine von Google bearbeitete Version der Seite angezeigt. Zu erkennen am Ende der Seite durch die Bemerkung: "Von Google zur Anzeige auf Mobilfunkgeräten formatiert"

Screenshot der von Google bearbeiteten Seite

Diese "mobile Version" ist auf dem iPhone gut lesbar, weil linearisiert, und häufig wesentlich kleiner als die
Originalseite. Manche Seiten sind erst mit diesem Trick vernünftig auf dem iPhone lesbar. Dennoch sind natürlich nach wie vor speziell für das mobile Web vorbereitete Seiten im Vorteil.


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