Dienstag, 1. Februar 2011
Fast alle Anfragen, vor allem aber die “Rundschreiben", beinhalten den Wunsch: “Wir wollen die Website natürlich selbst pflegen …". Klar. Ist ja heutzutage kein Problem mehr. Wofür wurden schließlich Content Management Systeme (CMS) erfunden?
Die Realität sieht dann meist so aus (zwei Monate später):
Kunde: “Wie ging das gleich, mit dem Ändern von Text xy auf der Seite yz?”
Ich: “Bitte lesen Sie noch einmal …”
Kunde: “Ach, das ist so lange her, und es ist ja auch nur eine Kleinigkeit. Könnten Sie nicht ausnahmsweise schnell mal …”
Das soll kein Plädoyer gegen CMS sein. CMS machen sicher Sinn, wenn ein Redaktionsteam zur Pflege des Webauftritts bereitsteht, und die Redakteure entsprechend geschult wurden.
Aber der Webauftritt des Handwerksmeisters Müller braucht sicher kein CMS. Für Meister Müller macht es sicherlich mehr Sinn, einen kleinen Aktuell-Bereich vorzusehen, den er mit einfachen Mitteln selbst pflegen kann. Ein Beispiel: Der Kasten “Aktuelles” unter der Navigation von www.zimmer-chiemsee.de
Die Pflege ist realisiert mit CKEditor (früher FCKEditor). Im Editor werden die Möglichkeiten des Kunden auf das wirklich Notwendige - oder besser: auf das Sinnvolle - beschränkt. Damit kann, nach gutem Zureden und einiger Übung, auch Meister Müller umgehen.
Einen gänzlich anderen, und recht erfolgreichen Ansatz, verfolge ich mit deine-erste-homepage.com.
Der Gedanke dahinter: Mit dem gleichen Aufwand, der erforderlich ist, um ein CMS als Redakteur ordentlich zu füttern, kann man auch grundlegendes HTML lernen. deine-erste-homepage.com ist entstanden aus der Zusammenarbeit mit einer taubblinden Frau, die HTML lernen wollte. Und inzwischen gibt es auf Basis dieses Tutorials einige Sites im Web:
Alle diese Seiten werden inhaltlich von blinden bzw. taubblinden Menschen betreut, die sich nicht zu schade waren, HTML zu lernen.
Das Design, das CSS, wurde von mir erstellt. Dazu fallweise noch ein PHP-Gerüst. Das heißt, der XHTML-Vorspann und ähnliche, auf allen Seiten wiederkehrende “HTML-Sachen” werden per php include eingebunden. Dann noch ein wenig JavaScript progressive enhancement, und fertig ist das barrierefreie CMS für kleine Webauftritte.
Dass blinde Webmaster hin und wieder sehende Hilfe in Anspruch nehmen (müssen), z. B. bei der Auswahl und fallweise erforderlichen Bearbeitung von Fotos, sollte kein Problem sein.
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