Montag, 15. Februar 2010
Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission in Deutschland
Bundesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Bahnhofsmissionen in Deutschland
Verband der Deutschen Evangelischen Bahnhofsmission e.V.
Herrn Christian Baron
Frau Dr. Gisela Sauter-Ackermann
Herrn Christian Bakemeier
Kopie geht per E-Mail an:
bundesgeschaeftsstelle @bahnhofsmission.de
gisela.sauter-ackermann@bahnhofsmission.de
bakemeier@diakonie.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor einiger Zeit wurde ich von einer taubblinden Bekannten darauf aufmerksam gemacht, dass Ihr Internetauftritt www.bahnhofsmission.de für blinde und sehbehinderte Menschen nicht bedienbar ist. Um an die benötigten Informationen zu gelangen, hat meine Bekannte eine E-Mail an Ihre Geschäftsstelle geschickt, mit der Bitte, ihr die Adressdaten der einzelnen Bahnhofsmissionen mitzuteilen. Da die E-Mail meiner Bekannten unbeantwortet blieb, versuchte auch ich, per E-Mail an die auf Ihrer Webseite genannte Adresse Ihrer Geschäftsstelle Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.
Auch diese E-Mail blieb ohne Antwort.
Aus diesem Grund wähle ich nun den Weg über einen offenen Brief.
Auf www.bahnhofsmission.de ist zu lesen:
Wir geben Auskünfte und unterstützen Sie bei Verständigungsschwierigkeiten.
Zum Beispiel wenn Sie gehörlos sind, schwerhörig, blind, seh- oder sprachbehindert. …
Ihr Webauftritt missachtet diesen Anspruch leider auf geradezu eklatante Weise. Insbesondere blinde oder sehbehinderte Menschen, die Webseiten mit Zusatzprogrammen lesen, können die auf Ihren Webseiten angebotenen Informationen wegen handwerklicher Fehler bei der Erstellung der Seiten nicht nutzen.
Solche Fehler können aus Unwissenheit und Unkenntnis der erforderlichen Techniken entstehen, und wären dann korrigierbar und entschuldbar. Oder sollte es sich im vorliegenden Fall nicht um Unwissenheit handeln, sondern um Desinteresse? Desinteresse für die Bedürfnisse der eigenen Klientel?
Wie anders sonst wäre folgendes zu erklären:
Das AbI-Projekt hat eine Meldestelle für erkannte Webbarrieren eingerichtet, informiert Seitenbetreiber über erkannte Barrieren, und bietet Hilfestellung zur Behebung dieser Barrieren. AbI-Projekt hat Sie auf die Barrieren aufmerksam gemacht - ohne Erfolg. Nachzulesen auf www.webbarrieren.wob11.de/annahmeverweigert.html
Gerne wäre auch ich bereit, detaillierte Hinweise auf die schlimmsten Mängel des Webauftritts zu geben, und Wege aufzuzeigen, wie die gravierendsten Schwachstellen möglichst schnell beseitigt werden könnten. Vielleicht kann meine taubblinde Bekannte dann vor Ihrer nächsten Bahnfahrt selbst die Bahnhofsmission kontaktieren, um die Assistenz der vielen freundlichen Helfer vor Ort in Anspruch nehmen zu können.
mit freundlichen Grüßen
Fritz Weisshart
webdesign weisshart
Dipl.-Ing.(FH) Fritz Weisshart & Co. GbR
Anhang:
Unter anderem auf folgenden Internetseiten wurde kürzlich über die Mängel auf Ihrer Webseite berichtet:
Nachtrag 16.02.
Es ist sicher nicht schön, wenn man quasi an den virtuellen Pranger gestellt wird. So empfand es auch einer der Adressaten dieses offenen Briefes. Und sanktioniert gleichzeitig mit seiner Antwort, die heute eingegangen ist, sowie einer ersten Notmaßnahme, diese von mir gewählte Methode. Zwei Wochen nach dem Versand mehrerer E-Mails nicht einmal eine Empfangsbestätigung zu schicken, rechtfertigt Versuche, auf andere Art in Kontakt zu kommen. Es widerspricht jeglicher Erfahrung, nach zwei Wochen noch Antwort auf eine E-Mail zu erwarten.
Positiv: Die falschen Verlinkungen zu den Adressen der einzelnen Missionen in der Textversion (siehe Eva Papsts Blog) wurden korrigiert. Damit kann zumindest jemand, der die nichtöffentliche Adresse der Textversion kennt, nach Adressen recherchieren.
Hier noch einmal die Adresse: http://www.bahnhofsmission.de/bahn/html/home/index_text.php
Warum “nichtöffentlich"? Weil diese Adresse per CSS display:none vor ALLEN Seitenbesuchern versteckt ist. Also sowohl vor sehenden Besuchern, als auch vor blinden und sehbehinderten Usern, die auf Screen Reader angewiesen sind.