Mittwoch, 9. Mai 2007
Mit sogenannten Browserweichen versuchen geplagte Seitenschreiberlinge seit Unzeiten, die unterschiedliche Interpretation von CSS durch die verschiedenen Browser in den Griff zu bekommen.
So bedauerlich die uneinheitliche Unterstützung der Standards durch die Browserhersteller auch ist - die vermeintliche, gutgemeinte, Abhilfe kann gründlich in die Hose gehen:

Screenshot der Seite von Michl’s Café
ohne CSS
Ich bin heute zufällig über die Seite von Michl’s Café gestolpert. Und hab’ nicht wenig gestaunt, eine Seite ohne jegliche Formatierung anzutreffen. HTML pur, kein CSS, aber auch keine Tabellen. Einfach HTML. Valide noch dazu, und semantisch korrekt ausgezeichnet, also anscheinend keine Stümperseite. Sollte es tatsächlich so etwas geben? Eine offensichtlich aktuelle Site, die korrektes, valides XHTML bietet, ganz ohne Formatierungen?
Hat mein Firefox ein Problem?
Also ein Versuch mit Opera.
Gleiches Ergebnis.
Erst ein Blick in den Quelltext zeigte die Ursache: Eine ausgefeilte Javascript Browserweiche, die nicht weniger als 3 x 10 = 30 unterschiedliche Betriebssystem/Browserkombinationen abfragt, und das jeweils passende CSS einbindet.
Wenn - ja wenn Javascript aktiviert ist.
Ist es aber bei mir erst mal nicht, wenn ich auf fremden Seiten surfe. Dank Firefox und seinen nützlichen Erweiterung. (Warum Opera das CSS nicht erkannte, obwohl ich dort Javascript nicht deaktiviert habe, hab’ ich nicht mehr untersucht. Vielleicht liegt es daran, dass ich die neueste Version 9.2 installiert hab’?)
Und ohne Javascript wird auf diesen Seiten gar kein Stylesheet eingebunden.
Ich bewundere den Eifer des Webdesigners, der 30! Stylesheets erarbeitet hat. Leider in meinem Fall vergeblich.
Die Moral von der Geschicht?
Javascript nie ohne fallback!
Der Webdesigner der zitierten Seite möge Nachsicht mit mir haben: Das Beispiel ist rein zufällig, und die Kritik absolut konstruktiv zu verstehen. Zumal es sich um eine vorbildlich barrierefreie Seite handelt.