Macht Chatten süchtig?
Sonntag, 4. Februar 2007
(Gastbeitrag)
Viele Abhängigkeiten haben eine psychische Ursache. Gründe dafür können der Wunsch nach Anerkennung oder Gruppenzugehörigkeit sein, ebenso wie die Unfähigkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und daraus resultierenden starken Rückzugstendenzen. Genau daran knüpft die Vorstellung einer Internet-Abhängigkeit an. Das Chatten ersetzt die realen Kontakte, zu denen die Betroffenen nicht (mehr) fähig sind. Dabei kann das Chatten im Internet durchaus krankhafte Züge annehmen, zum Beispiel, wenn die Zeit, die man im Internet verbringt, kontinuierlich ansteigt, wenn Pflichten darüber vernachlässigt werden, wenn man, sobald man offline ist, an nichts anderes mehr denken kann als daran, wann man endlich wieder online ist, oder wenn man nicht vom Internet lassen kann, obwohl man erkennt, dass es einem schadet. Experten haben erkannt, dass man in diesen Fällen zwar durchaus von einer Abhängigkeit sprechen kann. Eine Sucht im medizinischen Sinne ist es jedoch nicht. Von einer Sucht sprechen Mediziner dann, wenn dem Körper über längere Zeit eine chemische Substanz zugeführt wird, die bei ihrem Absetzen messbare körperliche Entzugserscheinungen hervorruft.
Chat-Rooms im Internet haben aber, anders als Nikotin, Alkohol oder Drogen, kein immanentes Suchtpotenzial. Die Internet-Abhängigkeit ist daher eher das Resultat einer psycho-sozialen Störung.
Experten sprechen daher nicht von “Internet Addiction” (Internetsucht), sondern von “Internet Addiction Disorder", einer Störung, die zur Sucht führen kann. Studien über das Phänomen gibt es wenige, eine - an der Humboldt-Universität Berlin - wurde gerade abgeschlossen. Sicher ist jedoch, dass Menschen, die vom Chatten nicht mehr weg kommen, psychologische Beratung benötigen. Die psycho-soziale Störung, die einem übermäßigen Chatten zugrunde liegt, sollte auf jeden Fall erkannt und behandelt werden.
Quellen:
http://www.psychiater.org
http://www.internetsucht.de
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3 Kommentare
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Hallo!
Also ich glaube gewisse Leute können davon abhängig werden,
also wie bei Drogen in eine Sucht hineingeraten, allerdings
glaube ich das das von Person zu Person verschieden ist!
Kommentar von Lonnie — Donnerstag, 4. Juni 2009 - 23:57 Uhr
seit eine monat chatte ich, sehe auch die symtome bei mir.bin oft naqchdenklich finde aber diese austausch mit menschen sehr wichtig in meinem leben.
Kommentar von kamjo — Freitag, 24. Juli 2009 - 15:15 Uhr
@kamjo: die symptome lassen sich zum einen aber auch einreden und wer einen starken willen hat ( das glaube ich hat jeder irgendwo
) kann sich durchsetzten und sagen ne heute mal nicht… ich bin auch viel im chat online.. ob mobil oder daheim aber trotzdem kratzt es mich nicht ständig davor zu sitzen weil dás leben geht weiter und der chat löst sich irgendwann mal auf und dann? joa wird sich einfach woanders angemeldet. Zumal du meistens emails bekommst die ja nicht ofort beantwortet werden müssen… seh es auch mal so.. je mehr du davor hockst, desto weniger vermissen dich die anderen und deto weniger hast du zu erzählen…
Kommentar von M_Niie — Donnerstag, 20. Oktober 2011 - 10:07 Uhr