Gestalter von Webseiten haben nicht viel Zeit, einen guten Eindruck zu machen.
Donnerstag, 19. Januar 2006
Buchstäblich im ersten Augenblick entscheidet sich, ob eine Webseite ankommt oder nicht. Gitte Lindgaard of Carleton University in Ottawa war selbst überrascht über ihre Ergebnisse: “Meine Kollegen glaubten, man könne in weniger als 500 Millisekunden auf keinen Fall etwas erkennen", sagte die Wissenschaftlerin dem Online-Nachrichtendienst “Nature News". Tatsächlich fällt das erste Urteil noch viel schneller, berichten die Forscher im Fachjournal “Behaviour & Information Technology” (Bd. 25, S. 115).
In ihrem ersten Experiment hatten Lindgaard und ihre Kollegen den Versuchspersonen noch eine halbe Sekunde, also 500 Millisekunden, Zeit gegeben, einen Blick auf verschiedene Webseiten zu werfen. Anschließend sollten die Teilnehmer bewerten, wie gut ihnen die Seite gefallen hatte. In einem zweiten Experiment wurde das Verfahren noch ausgefeilter: Auf sieben verschiedenen Dimensionen beurteilten die Betrachter die Seiten.
Im dritten Durchgang wagten die Forscher dann den Hochgeschwindigkeits-Versuch: 50 Millisekunden lang blitzten die Webseiten vor den Augen einer weiteren Versuchsgruppe auf und verschwanden sofort wieder. Die Ergebnisse unterschieden sich kaum von denen des vorangegangenen Experiments mit 500 Millisekunden Zeit pro Webseite.
Für Webdesigner, gerade die kommerzieller Angebote, enthält ihre Forschung eine wichtige Lektion, glaubt Lindgaard: “Wenn der erste Eindruck nicht vorteilhaft ist, sind Webseitenbesucher womöglich schon wieder weg, bevor sie überhaupt mitbekommen, dass eine Seite vielleicht mehr zu bieten hat als die Konkurrenz", sagt sie. Besonders, weil viele kommerzielle Anbieter ihren Hauptverkehr von Suchmaschinen aus bekommen, kann ein schlechter erster Eindruck fatal sein: Schnell klickt der Nutzer wieder zurück zu seinen Suchergebnissen und wählt ein neues Ziel aus.
Lindgaards Rat lautet deshalb: sparsam sein. “Es geht nicht darum, so viel wie möglich auf der Seite unterzubringen.”
Quelle: spiegel online
19 Kommentare
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Es geht aber auch um SEO. Ohne Content kein Besucher
Man sollte es natürlcih nicht übertreiben.
Kommentar von Webdesign Germany — Donnerstag, 11. Januar 2007 - 23:39 Uhr
Erfolg im Webdesign ist ein Mix aus professionellem Auftritt und gutem SEO.
Wir haben bereits einige Firmen auf die Top 10 von Google gebracht und können dies auch beweisen.
Kommentar von XXX Webdesign — Donnerstag, 18. Januar 2007 - 21:10 Uhr
Eine Seite auf Platz 1 zu bringen unter einem bestimmten Suchbegriff ist kein Problem, schwieriger sind eher die heiss umkämpften Top-Keywords
Kommentar von Michael — Mittwoch, 14. Februar 2007 - 15:46 Uhr
Diese Statistiken, Forschungen und Tests sind ja immer ganz interessant, doch die beste und effektivste “Waffe” zur Kundengewinnung ist immer noch der gesunde Menschenverstand. Wer sich mal in die Lage des Kunden ehrlich hineinversetzt erkennt sofort wo der Hase im Pfeffer liegt. Nicht nur mit den Augen eines Designers schauen, sondern mit den Augen eines Kunden ist der Schlüssel zum Erfolg. Viele verdammt “hässliche” Seiten machen für Ihre Besitzer einen Haufen Geld.
Kommentar von Internetmarketing — Montag, 19. Februar 2007 - 12:06 Uhr
wirklich interessanter artikel. man kann sagen im internet entscheiden sekunden über sieg und niederlage
Kommentar von Dan — Samstag, 24. Februar 2007 - 13:33 Uhr
genauso ist es….für den ersten eindruck gibt es keine zweite chance
Kommentar von Dirk Karl Maßat — Mittwoch, 14. März 2007 - 2:12 Uhr
Erfolg im Webdesign ist ein Mix aus professionellem Auftritt und gutem SEO.
Dem kann man nur zustimmen!!
Kommentar von Produktkonfigurator — Mittwoch, 28. März 2007 - 9:44 Uhr
Ich glaube, dass ich genau das bei meiner Seite umgesetzt habe. Top Keyword “Gartenfackeln” und das Design ist doch auch nicht schlecht?
Kommentar von Markus Hoffmann — Samstag, 12. Mai 2007 - 8:05 Uhr
Durch genaue Analysen und Statistiken müßte man sich vielleicht auf die Suche nach neuen Suchwörten (Nieschen) machen. Bekanntlich sollte man in seiner Webseite die meist verwendeten Suchwörter nur begrenzt oder gar nicht einsetzen. Ich habe bemerkt daß es scheinbar auch bei professionellen und seriösen Suchmaschinenoptimierern unterschiedliche Meinungen gibt. Diesbezüglich unternehme ich eigene Tests damit ich die manche Vorgehensweisen verstehe und auch beim Kunden vertreten kann.
Kommentar von Sven Jacob — Mittwoch, 16. Mai 2007 - 13:13 Uhr
Der Artikel ist sehr interessant. Insbesondere kann er von Webdesignern als weitere Argumentationshilfe gegenüber KMU-Kunden - die der Bedeutung von gutem Design naturgemäß skeptisch gegenüberstehen - verwendet werden.
Kommentar von Oliver Wassenaar — Donnerstag, 26. Juli 2007 - 8:58 Uhr
Da sind durchaus interessante Ansätze in dem Artikel und den Kommentaren vorhanden. Aber letztendlich scheint mir das doch alles nicht ganz objektiv zu sein.
Kommentar von Bernhard Heß — Dienstag, 31. Juli 2007 - 15:00 Uhr
Wenn man bedenkt, wieviele von dem Internet leben und auch durch das Internet reich geworden sind , sollte man schon auf gute Firmen setzen!
Kommentar von Muskelaufbau — Donnerstag, 1. November 2007 - 7:58 Uhr
Da ist ja das Problem. Wie kann man die guten von den schlechten Anbietern unterscheiden? Im Internet kann nuneinmal jeder sagen, dass er gut ist - was dann dabei rauskommt ist oft ein Massaker…
Kommentar von Kunst — Donnerstag, 22. November 2007 - 17:48 Uhr
Es kommt immer auf die Erwartung derjenigen Person an, die die Website besucht. Wo liegt das Intersse bei den untersuchten Usern ? Um was für Websiten handelt es sich ? Pauschal kann man nur schwer alle über einen Kamm scheren, denn das wichtigste ist, das die Website zur Zielgruppe passen muss.
Kommentar von medismedia — Freitag, 7. März 2008 - 21:48 Uhr
Ein sehr interessanter Artikel mit einem guten Ratschlag zum Schluß. Irgendwann hieß es auch mal form follows function in Bezug auf professionelle Homepages. Und wie sieht die Praxis aus?
Hier heißt es für uns Webmaster eine wunderbare Symbiose bei der Erstellung eines Internetauftritts zu finden: Der Homepage-Kunde hat eine rege Fantasie in Bezug auf seine neue Website, die Erwartung des Besuchers jener Seite soll nun in Bruchteilen von Sekunden erfüllt werden, die eigene Anspruchshaltung an eine saubere Programmierung z.B. im Sinne von XHTML 1.0 Strict … Mein Fazit: Munter bleiben, Kollegen!
Kommentar von Peter Frankmölle — Donnerstag, 10. April 2008 - 23:14 Uhr
Es ist wie bei der Körpersprache: Der erste Eindruck - in Bruchteilen von Sekunden entstanden - entscheidet darüber, was wir für den Menschen - für die Website - empfinden.
Kommentar von Volker — Montag, 28. April 2008 - 23:48 Uhr
Manche Kommentare verknüpfen SEO mit Webdesign. Das eine hat mit dem anderen nur sehr bedingt zu tun. Mit “Design” selbst nichts, sondern erst bei der Programmierung (Frames, dynamische URLs etc.)
Manche Online Shops haben wirklich ein Webdesign zum abgewöhnen.
Und die Studie zeigt das ja auch… Warum Herr Heß in seinem Kommentar meint, dass sei nicht ganz “objektiv” verstehe ich nicht - hat er die Studie analysiert (auf Reliabilität und Signifikanz)??
Es ist doch eher so:
Im wirklichen Leben gehe doch auch in einen netten Laden, gut beleuchtet, mit Ware die ansprechend präsentiert wird und freundlichen Verkäufern, sowie akzeptablen Preisen.
Im Internet hat Webdesign nur diese Aufgabe: die Präsentation.
Entweder der Ware oder des Artikels.
Und wir erkennen doch alle einen “schönen” Laden und eine “Gerümpelkammer” – oder??
Kommentar von René — Donnerstag, 8. Mai 2008 - 13:45 Uhr
Der erste Eindruck ist zwar wichtig. Dabei kommt es nicht unbedingt auf das Layout / Design an, sondern, wie übersichtlich ist die Seite, wie schnell komme ich an die gewünschten Informationen.
Kommentar von Astrid Heeper — Donnerstag, 18. Dezember 2008 - 14:46 Uhr
Schönes Design liegt immer im Auge des Betrachters!
Kommentar von Robert — Donnerstag, 13. August 2009 - 19:58 Uhr